Samstag , 18. November 2017
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Swatch Group: Überalterung und Nachfolgeprobleme

Drei CEO’s der volumenstarken Swatch Marken wie Longines, Tissot und Omega sind bereits schon über dem Rentenalter. Nachfolger sind keine in Sicht. Das „unsterbliche“ Rentner Trio auf einen Blick.

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Walter von Känel, CEO Longines

Walter von Känel, Jahrgang 1941, mit deutschen Wurzeln (Schwerin), seit 1969 für Longines tätig, denkt nicht ans auf hören. Unter seiner Führung hat sich das Unternehmen zu den fünf wichtigsten Schweizer Uhrenmarken entwickelt. Longines produziert aktuell über eine Million Uhren pro Jahr und trägt so mehr als eine Milliarde Schweizer Franken zum Umsatz der Swatch Group bei. Das Unternehmen Longines ist die Nummer vier in der Schweizer Uhrenindustrie.
Seine militärische Ausbildung hat seinen Führungsstil bei Longines geprägt. „Dank guter Organisation waren meine Abwesenheiten nie ein Problem“, meint von Känel im Interview. „Ich hatte immer das Glück, Arbeitgeber zu haben, die den Militärdienst nicht als Nachteil sahen. Damals war es auch Ehrensache, Militärdienst zu leisten“.

 

 

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Francois Thiebaud, CEO Tissot

François Thiébaud, französischer Staatsbürger, weit über die 70, Verantwortlicher für Tissot, Mido, Certina sowie Swatch Group Brasilien und den Schweizer Markt, kam 1996 als Geschäftsleiter der Tissot zur Swatch Group. Vorher war er als Verwaltungsratsdelegierter der Juvenia und als Direktor der Breitling tätig. Er ist Mitglied des Konsultativkomitees der Baselworld und Präsident des Komitees Schweizer Aussteller an der Baselworld.
Tissot-Uhren werden in über 16.000 Verkaufsstellen in über 160 Ländern und eigenen 34 Filialen verkauft.
„Wie das Kreuz auf der Schweizer Flagge symbolisiert das + im Tissot Logo die Qualität und Zuverlässigkeit, für welche die Uhrmacher des Hauses seit 1853 mit Stolz einstehen. Die innovative Marke trägt mit ihrem Standort Le Locle im Schweizer Juragebirge ihre Identität im Herzen“, so der ausgebildete Jurist im Gespräch.

 

 

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Stephen Urquhart, CEO Omega

Stephen Urquhart, 66, besitzt die schweizerische und britische Staatsbürgerschaft, er ist heute Präsident und CEO der Omega. Urquhart begann seine berufliche Laufbahn 1968 bei Omega. Von 1974 bis 1997 setzte er seine berufliche Karriere bei Audemars Piguet fort, wo er ab 1989 als Co-Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates tätig war. Herr Urquhart kehrte 1997 als Direktor der Blancpain zur Swatch Group zurück.
Trotz Frankenstärke, Antikorruptionskampagne in China und schwieriger Marktlage in Russland 2015 ist der Omega CEO zuversichtlich. «Das Marktumfeld ist weiterhin stabil und 2015 dürfte ein Wachstum von rund 5 Prozent möglich sein», erklärte Omega-Chef Stephen Urquhart. Weltweit verfügt Omega insgesamt über rund 350 eigene Boutiquen. Omega ist wichtigste Marke in der Swatch Group und besitzt dadurch eine Sonderstellung. Da die Marke Rolex für die Swatch Group käuflich nicht zu haben war, sehen die Omega Verantwortlichen in Rolex „eine Quelle der Inspiration“ und hecheln dem Erfolg der Marke Rolex nach. Omega Modelle sehen Rolex Modellenn immer ähnlicher und auch die Preise bewegen sich auf einem vergleichbaren Level. Um die steigende Nachfrage nach Armbanduhren zu befriedigen, muss Swatch Group die Produktionskapazitäten für Omega weiter vergrössern und noch mehr in die Distribution investieren.

Bei allen drei Herren ist kein Nachfolger in Sicht.

Sie kleben wie Patex an ihren Stühlen und delegieren bewusst wenig, um ihre Position noch mehr zu festigen.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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