Freitag , 18. August 2017
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Chinese Style Wall Clock

Chinakrise: Uhrenumsatz tickt bedrohlich langsam

Chinas Wirtschaft stolpert, der schwächelnde Yuan macht Anleger und Experten nervös. Auch hierzulande schaut man angespannt nach Fernost – denn einige Schweizer Firmen bekämen eine ausgewachsene Wirtschaftskrise Chinas sehr deutlich zu spüren.

Diese drei Schweizer Uhren-Unternehmen trifft es am Härtesten:

Swatch Group1. Swatch Group

Lange Zeit gab es in China kaum Luxusmarken – die Regierung liess kaum internationale Unternehmen ins Land. Das änderte sich mit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes um die Jahrtausendwende; Marken aus aller Welt fassten im Reich der Mitte Fuss, und die Chinesen sind verrückt danach. Einer der grossen Profiteure dieser Entwicklung ist der Uhrenhersteller Swatch. Wie eine Studie der Deutschen Bank zeigt, macht der Export nach China einen Fünftel des Swatch-Umsatzes aus. Doch das ist nicht alles: Weltweit gesehen sind chinesische Staatsbürger für 49 (!) Prozent des Umsatzes verantwortlich. Chinesen kaufen die meisten Luxusgüter ausserhalb ihres Heimatlandes.

EPA-RICHEMONT-S-640x3602. Richemont

Zu Richemont gehören unter anderem die Marken A. Lange & Söhne, Baume & Mercier, Cartier, Jaeger LeCoultre, Montblanc, Piaget, Vacheron Constantin, Chloé und Dunhill. Mit einem Umsatz von rund 10 Milliarden Franken ist es einer der grössten Luxuskonzerne der Welt.

Für rund 41 Prozent davon sind gemäss den Analysten der Deutschen Bank Chinesen in aller Welt verantwortlich. Der Export nach China macht gemäss einer Untersuchung der Bank Kepler Cheuvreux immerhin rund 15 Prozent aus.

dksh-23. DKSH

Die DKSH Holding AG bietet Dienstleistungen für Unternehmen an, die ihre Geschäftstätigkeit nach Asien ausdehnen wollen. 710 ihrer 735 Niederlassungen befinden sich demnach in Asien – der Hauptsitz ist jedoch in Zürich.

Eine chinesische Wirtschaftskrise würde DKSH deutlich zu spüren bekommen, denn ein Drittel des 10-Milliarden-Umsatzes wird im Reich der Mitte generiert.

 

Die Situation erinnert mich an ein Essay von Michel de Montaigne, der meinte, Nein zu jeder Form von eingebildeter Grösse und Erhabenheit. „Wir mögen auf noch so hohe Stelzen steigen – auch auf ihnen müssen wir mit unseren Beinen gehn“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.