Dienstag , 15. Oktober 2019
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Das neue Modell Code 11.59 von Audemars Piguet, mit doppelt gekrümmten Glas und achteckigem Mittelgehäuse.

Audemars Piguet lanciert komplett neue Modellreihe

Die Manufaktur aus dem Vallée de Joux wird nächstes Jahr nicht mehr an der Uhrenmesse in Genf teilnehmen. Sie kann sich das leisten, da sie bei der jungen Generation angesagt und zum Statussymbol der amerikanischen Rap-Szene avanciert ist.  In Genf zum Uhrensalon 2019 präsentiert sie eine radikal neue Modellreihe.

Etwas ganz großes kündigte der Audemars Piguet CEO François-Henry Bennahmias in seiner flappsigen Art auf dem letztjährigen SIHH an. Eine neue Modelllinie werde es geben. Die wichtigste Neuerung für Audemars Piguet seit Einführung der Royal Oak. Keine Frage, seit dieser Ansage war ich extrem gespannt, was da wohl auf uns zukommen würde. Dann sah ich die ersten Bilder. Was bitte war das? Wirklich die Revolution, die Sensation, auf die ich gewartet hatte? Keine Frage: ich war enttäuscht.

Aber – warum eigentlich? Weil ich mit AP immer automatisch in erster Linie die Royal Oak verbinde. Jenes ikonische Uhrendesign, vorgestellt vor nunmehr 47 Jahren. Und irgendwie dachte ich, was immer da jetzt kommt, es muss noch spektakulärer, noch ausgefallener, noch begehrenswerter sein.

Stattdessen blickte ich auf eine runde Uhr mit einem äußerst schlichten Zifferblatt, einem ausgeschriebenen Audemars Piguet Logo und arabischen Ziffern, die mich an die im vergangenen Jahr vorgestellte Polaris Kollektion von Jaeger-LeCoultre erinnerten. Kein Zweifel, das war definitiv nicht das, was ich erwartet hatte. Das war – echt schwierig.

Ich kann mich mit dieser Kollektion einfach nicht anfreunden, da mir die Innovation fehlte. Es ist für mich auch wieder nur ein Reshaping. Man will damit frischer und jünger daherkommen. Und preislich tiefstappeln, um so an neue Klientel heranzukommen. Will Audemars Piguet CEO François-Henry Bennahmias so die angestrebte Umsatz Milliardenhürde knacken?

Audemars Piguet beschert uns unter dem neuen Kollektionsnamen Code 11.59 am SIHH 2019 sechs unterschiedliche Modelle mit insgesamt 13 Referenzen. Drei der Manufakturkaliber sind komplett neu: ein integrierter Säulenrad-Chronograph mit Flyback-Funktion, ein automatisches Uhrwerk mit Sekunden- und Datumsanzeige sowie ein Automatikkaliber mit fliegendem Tourbillon.
Des Weiteren zählen noch ein ewiger Kalender, ein skelettiertes Tourbillon und eine Minutrenrepetiton zur Kollektion. Sämtliche Modelle der neuen Linie Code 11.59 kommen mit einem 41 Millimeter großen Gehäuse aus Weiß- oder Roségold. Arabische Ziffern, eine schlichte Zifferblattgestaltung, eine sehr filigrane Lünette und skelettierte Bandanstöße runden das Erscheinungsbild ab. Der Gehäusemittelteil ist nicht rund, sondern achteckig und erinnert so an die Form der eigenen Designikone Royal Oak. Speziell ist auch das Saphirglas, das zweifach gewölbt ist und dadurch einen besonderen optischen Effekt erzeugt.
Innerhalb der Kollektion stellt Audemars Piguet sein erstes, vollintegriertes Manufaktur-Chronographenkaliber mit Automatikaufzug, Säulenrad und Flyback-Funktion vor. Das Kaliber 4401 besitzt eine Gangautononmie von 70 Stunden und einen durchbrochenen Goldrotor, durch den man das Kaliber in Gänze betrachten kann.

 

 

 

 

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.