Mittwoch , 13. Dezember 2017
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Auszeit für VIENNATIME

Die diesjährige Ausgabe der Viennatime wurde lapidar wegen einer Auszeit kurzfristig abgesagt. 2018 soll sie mit einem neuen Konzept Vienna Park Hyatt stattfinden. Was steckt wirklich dahinter?

Viennatime mit Refit

Die Munichtime und die Viennatime wurden mit grossem Brimborium von den beiden bekannten Protagonisten, dem Deutschen Gisbert L. Brunner, ehemaliger Regierungsschuldirektor bei der Regierung Oberbayern und dem Österreicher Alexander Linz, einem ehemaligen Uhrenverkäufer aus Wien, aus der Taufe gehoben. Dahinter steht wie so unschwer zu erkennen ist, der Uhren—Kommunikations-Monopolist Ebner Verlag Ulm – denn beide stehen offiziell u.a. auf der Payroll dieses Verlags.

Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten gibt es erneut „Ermüdungserscheinungen eines Konzepts das nur kostet und niemand wirklich was bringt“, denn wer braucht im digitalen Zeitalter eine Messe und einen Wettbewerb „beste Uhr des Jahres“, beides sind Instrumente, die sich schon lange inflationiert haben.

Munichtime auch bald am Ende

Die diesjährige Munichtime wird auf 1.400m2 Ausstellungsfläche im Hotel Bayerischer Hof in München vom 27. bis 29. Oktober 2017 stattfinden. Jedoch auch die 15. Ausgabe der Munichtime hat nach dem ersten Hype, angeheizt durch die bekannten Protagonischen stark an Attraktivität verloren, namhafte Aussteller wie die Swatch Group, Richemont  LVMH und Kering stellen dort nicht mehr wie früher geschlossen, sondern nur vereinzelte Marken aus. Die Munichtime ist zwischenzeitlich zum Tummelplatz von start-up und anderen unbedeutenden Marken mutiert, die eines gemeinsam haben: keine Budgets für Kommunikation.

So zum Beispiel wird der ständige Ausstellerschwund der Viennatime folgendermassen in den Medien argumentiert:  „Die traditionsreiche Uhrenausstellung „VIENNATIME“ folgt dem Trend „Weniger ist Mehr“. Nach erfolgreichen Jahren passt sich Österreichs größte Uhrenausstellung den gehobenen Ansprüchen eines immer qualitätsbewussteren Publikums an“.

Bei den Besuchern der Munichtime und Viennatime handelt es sich vorwiegend um Leute die Uhren günstig „abgreifen“ wollen, die Informationen an solchen Veranstaltungen holen, um dann aus Kostengründen dem Fachhandel einen Korb geben und im Internet Fälschungen kaufen. Vollbepackt mit Prospekten und Goddies der Aussteller stolz auf die errungenen Trophäen verlässt diese Zielgruppe die Ausstellung. Durch den freien Eintritt kann jeder kommen, egal ob er eine Uhr kaufen kann oder nicht. Der Streuverlust solcher Veranstaltungen ist ökonomisch und medientechnisch nicht vertretbar. Selbstverständlich wie kann es auch anderes sein sind die Medienpartner im Ebner Verlag zu suchen wie zum Beispiel Uhrenmagazin, Chronos, etc. respektive Medien-Buddies des Ebner Verlags.

Plattformen auf diesem Niveau haben keine Überlebenschancen. Heutzutage investieren Luxusuhrenmarken in POS Aktivitäten und in highend Medien und digitale Plattformen.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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