Samstag , 22. September 2018
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Darstellung einer innenbelüfteten, gelochten Scheibenbremse mit rotem Bremssattel.

Autoteile im Internet: Vorsicht Fälschung!

Handtaschen, Uhren, Mode – Fake-Artikel kennt jeder, doch Produktpiraten fälschen auch Autoteile. Und die sind deutlich gefährlicher als die am Strand erworbene Luxushandtasche.

Nur schon die finanziellen Schäden der Produktpiraterie sind für die Autoindustrie enorm. Der europäische Dachverband der Automobil-Zulieferindustrie CLEPA in Brüssel schätzt sie auf fünf bis zehn Milliarden Euro jährlich. Doch neben dem wirtschaftlichen Verlust für die Industrie geht es vor allem um den Menschen, der sich und andere mit gefälschten Teilen in Gefahr bringt. Billige Kopien, die den Zollkontrollen entgehen, sind ein ernstes Risiko für die Fahrsicherheit: Bremsscheiben oder -sättel können reissen, Dichtungen versagen, Felgen brechen oder Chips schlicht die falschen Steuerbefehle abgeben.

Oft hilft bereits der gesunde Menschenverstand, um Fälschungen zu entlarven. «Wird Ware deutlich unter dem üblichen Listenpreis angeboten, sollte man zumindest skeptisch werden», sagt Markus Peter, beim Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) für Technik & Umwelt verantwortlich.

Doch nicht nur mehr oder weniger offensichtliche Fälschungen können für die Autobesitzerinnen und -besitzer zum Problem werden. Auch auf regulären Wegen im Baumarkt gekaufte und in die Garage gebrachte Produkte können Schwierigkeiten bereiten: Kennt der Kunde die notwendigen Spezifikationen für das richtige Ersatzteil? Bei einem Scheibenwischblatt mag das einfach sein, doch schon beim Motorenöl wird es schwieriger.

Ob der Garagist solche mitgebrachten Teile nutzen respektive verbauen will, ist seine unternehmerische Entscheidung. Im AGVS-Ehrenkodex verpflichten sich die AGVS-Garagisten, «Unterhalts- und Reparaturarbeiten fachgerecht, zuverlässig und im Hinblick auf eine optimale Betriebssicherheit und Werterhaltung der uns anvertrauten Fahrzeuge auszuführen». Als Mobilitätspartner werden die Werkstätten des Schweizer Garagistenverbands über den konkreten Einzelfall in einem Beratungsgespräch mit dem Kunden gemeinsam entscheiden. Dabei müssen neben sicherheitsrelevanten Aspekten auch rechtliche Fragen beantwortet werden.

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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