Freitag , 23. Juni 2017
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Die Wiederentdeckung des Chateau Pichon Longueville

Blockbuster: Chateau Pichon Baron 2005

036Nachdem ich den Jahrgang 2003 verkosten durfte, hatte ich die Möglichkeit den Château Pichon-Longueville Baron Jahrgang 2005 direkt im Chateau zu verkosten. Der Wein wurde bis heute nie aus dem Château Pichon-Longueville Baron bewegt und war in perfekten, ungeöffneten originalen Holzkisten!

Dies ist ein weiterer Blockbuster Jahrgang und einer der Lieblings-Pichon Barons von René Gabriel, der überwältigt von diesem Wein ist: “Erinnert an einen ganz grossen Latour im Stil vom 038Jahrgang 1995 (20 Punkte)” und “gehört zu den allerbesten Jahrgängen dieses Weingutes.“ Und „Ein traumhaft schöner, und besonders feiner Pichon-Baron. Und das ist bei diesem Weingut in den ganz grossen Jahrgängen nicht immer der Fall!”. Auch Robert Parker erklärt: “Dies ist eine Schönheit und einer der erfolgreichsten Pauillacs des Jahrgangs“ und Wine Spectator stimmt nur zu: „Ein langer, langer Abgang. Sehr, sehr schön. Eine Mischung aus dem 2000er und dem fabelhaften 2003er.“

Ich war ebenfalls überrascht herauszufinden, dass Pichon Baron 2005 dieselbe Bewertung wie die legendären Jahrgange 2009 und 2010 und wie der Millennium Jahrgang 2000 erhalten hat, jedoch zu einem weitaus niedrigeren Preis!

Die Grossformate des Château Pichon-Longueville Baron Magnums, Doppel Magnums, Jeroboams und Imperial bewertete Gabriel sehr grosszügig.

René Gabriel 19 Punkte: «65 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 5 % Cabernet Franc. 35 Hl/ha. Tiefes Granat mit lila und violetten Reflexen. Würziges, tiefgründiges Bouquet, sanft trocken im Ansatz, darunter viel schwarze Beeren, Edelhölzer. Kräuter, und Zedern. Fester Gaumen, sehr konzentriert und fleischig, satte Adstringenz mit gut stützenden Tanninen die mindestens 10 Jahre Reife verlangen, sich aber im Moment gerbig zeigen und dem Wein eine gewisse Härte verleihen. Ist insgesamt sehr konzentriert um mehr Souplesse zu zeigen fehlt es ihm fast etwas an Saft, was vielleicht mit dem Fett, das durch die Barriques kommen wird, später ausgeglichen wird. Das Mammut-hafte Potential reicht sicherlich für einen Punkt mehr in seiner Reife. Wann die aber sein wird, ist momentan noch sehr schwer fest zu legen. 07: Kurz vor seiner Füllung auf dem Weingut. Dramatisches Pauillac-Terroirbouquet, Trüffel, dunkles Leder, Korinthen, extrem tief, nobel und sehr würzig. Im Gaumen eine Orgie von blauen- und schwarzen Beeren, mächtiger Körper, die Aromatik erinnert an einen ganz grossen Latour im Stil vom Jahrgang 1995, energisches Finale mit unglaublichem Druck. Gehört zu den allerbesten Jahrgängen dieses Weingutes und liegt nur noch einen halben Punkt von der Maximalwertung entfernt. 08: Eine Re-Inkarnation des Pichon-Barons 1989! 11: Leuchtendes Granat, rubiner Rand. Das Bouquet ist diskret, Löschpapierton, kandierte Früchte, ein Hauch Melisse, mineralisch, fast keine nasale Kommunikation möglich. Saftiger Gaumen, auch hier ist die Aromatik diskret und wirkt momentan noch hintergründig, gut stützende Säure mit kapseliger Zunge. Hatte gar keine Lust sich degustieren zu lassen! (19/20). 15: Extrem dunkel, immer noch viel Violett im Granat zeigend. Beginnt mit einer schon schier dramatischen Konzentration in der Nase, dies mit Pfeffer und ganz reifen Beeren, man spürt eine Nuance von reifen Bananen (ein gutes Zeichen). Im Gaumen hat der Wein nur ganz wenig Lust sich degustieren zu lasen und gibt sich noch sperrig. Ein Umstand, welchen ich schon vor vier Jahren genau gleich fest gestellt hatte. Also hilft hier nur warten. Gehört zu den allerbesten Jahrgängen dieses Weingutes. (19/20). 15: Geniales Bouquet, so richtig viel feines, süsses Pauillac-Terroir anzeigend. Im Gaumen kommt diese Süsse nochmals und verindet sich mit dem schmelzenden Extrakt. Irgendwie hat er schon seine erste Genssreife erreicht. Ein traumhaft schöner, und besonders Feiner Pichon-Baron. Und das ist bei diesem Weingut in den ganz grossen Jahrgängen nicht immer der Fall.”

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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