Donnerstag , 18. April 2019
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Die Marke Breitling lahmt kräftig

Während Georges Kern sich von seinen Buddys an der diesjährigen Baselworld (21. bis 26.März 2019) vielleicht zum letzten Mal feiern lässt (die meisten Gäste sind über den 1 Stündigen Speach von Kern angepisst), und Kern Buddy und Auftragsschreiber Gisbert L. Brunner einen mehrseitigen  Breitling Jubelartikel im neuen Schweizer PRE (vormals Prestige) publiziert, werden 300 Millionen des Werts der Schweizerischen Uhrenmarke Breitling verbrannt.

Wer erinnert sich nicht daran? Breitling wurde im April 2017 vom früheren Sunrise-Besitzer dem britischen Finanzinvestor CVC übernommen. Für 80 Prozent des schuldenfreien Unternehmens wurden damals 850 Millionen Schweizer Franken bezahlt. Breitling setzt 400 Millionen um.

Drei Uhrenfamilien, eine klarere Formensprache bzw. Kommunikation sowie limitierte Editionen für Sammler – Georges Kern hat seinen Masterplan für Breitling präsentiert. Seine Mission: die stolze Marke für Fliegeruhren zu ganz neuen Höhen führen.

Breitling Überflieger CEO Georges Kern (im Oxblood Samt Jacket) mit seinen Hollywood Statisten

Doch die Geschäfte bei Breitling laufen nicht so wie sie sollten respektive man liegt nicht im Plan, wie Insider dies dem TICK-TALK zugetragen haben. Die neuen Kollektionen werden vom Handel nicht angenommen oder nur schleppend angenommen. Neue Produkte gab es an der Baselworld nicht viel zu sehen und dies was man aufgetischt bekam erfüllte nicht die Erwartungen. Die Zeit läuft Kern davon. Die Handel wird ungeduldig da die in der grossangelegten Hollywood Squad Member Mission Werbekampagne angekündigten Produkte noch nicht im Handel sind.

Die Neustrukturierung des Produkte-Portfolios in Land, Luft, Wasser, ist bereits schon von IWC – Kern war vormals IWC CEO – bekannt. Mit dieser Aufteilung in drei Welten geht eine ganz klare Produktsegmentierung einher, die sich in vier Produktfamilien aufteilt: Navitimer für die Luft, Premier fürs Wasser und Transocean für das Land. In der Familie Chronomat wird es Uhren für alle drei Welten geben. In jeder dieser vier Linien wird es eher elegante Produkte, sportlich elegante und die sogenannten «Supersports» geben, womit wahrscheinlich die professionell gestylten Uhren gemeint sind.

Das hilft aber momentan sehr wenig. Zudem die Marke besitzt keinen Sex Appeal – sie war nie sexy. Sie ist zu technisch und kalt ausgerichtet.

Mehr darüber in der Printausgabe des TOURBILLON #55, die vor den Schweizer Uhrmacherferien – Anfang Juli 2019 – erscheinen wird.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.