Dienstag , 25. April 2017
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David Scott mit seiner Omega Speedmaster Professional Moonwatch , die ihn im Stich gelassen hatte

Bulova oder Omega: welches ist die Original Moonwatch?

Uhren und Raumfahrt sind seit jeher ein spannendes Thema. Besonders weil ein zuverlässiger Chronograf lebenswichtig für Astronauten bei jeder Raumfahrtmission ist.

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Die Bulova Moonwatch, die David Scott, privat bei der Apollo 15 im Jahr 1971 trug

So auch 1971 bei der Mondlandung von Apollo 15, bei der David Scott als erster Astronaut mit einem Mondauto auf der Mondoberfläche fuhr. Der angelegte Zeitmesser sollte – wenn der Funkkontakt verloren ginge – dem Astronauten genau angeben, wie lange Luft, Wasser und Energie reichen würden. Daher verließ sich Scott nicht nur auf seine offizielle Uhr (Anmerkung der Redaktion: Omega), sondern nahm sicherheitshalber seine private Bulova mit. Beim zweiten Mondspaziergang war es dann soweit: Das Glas der ersten Uhr war defekt, daher legte er bei den verbliebenen Außen-Missionen seine Bulova Moon Watch an, die ihm zuverlässig zur Seite stand.

Da seine Uhr nicht offiziell hätte dabei sein dürfen, verschwieg Scott dieses Detail der Mission – so lange bis er Ende 2015 seine Bulova Moon Watch in Boston für 1,6 Millionen Dollar versteigern ließ.

Als Reminiszenz an dieses historische Ereignis hat Bulova eine Replik der damaligen Moon Watch entwickelt. In einem extra Box-Set kommt sie mit einem schwarzen Nylon/Leder-Band sowie einem Textilband mit einem Aufsatz aus Nubukleder, auf dem der Tag der Mondmission sowie die Schwingungsfrequenzdes Werkes von 262 kHz eingeprägt sind. Dieses exklusiv von Bulova verbaute Quarzwerk treibt die moderne Variante der Uhr an und weist eine Gangabweichung von nur wenigen Sekunden im Jahr auf.

Bulova war in den 60er und 70er Jahren aktiver Partner des NASA Raumfahrtprogramms und schenkte Scott die Uhr für die Apollo 15 Mission. Scott war der siebte Mensch auf dem Mond und der erste, der mit einem Mondfahrzeug auf der Oberfläche des Erdtrabanten fuhr. Sein persönlicher Bulova Chronograf wurde von der amerikanischen Marke technisch speziell für die Bedingungen auf dem Mond entwickelt. Auch wenn die Anforderungen an die Bulova Replik nicht so lebenswichtig sein mögen – klar ist, dass die Uhr definitiv ein Sammlerstück wird.

 

On August 2, 1971, Apollo 15’s

mission commander, the seventh man to walk on the moon and the first to drive the Lunar Rover, wore his personally-gifted Bulova moon pilot chronograph. Customized for lunar conditions by the company’s engineers, the legendary watch was used to precisely track time—and ensure that no one ran out of oxygen, water or battery power in the portable life support system backpack during the lunar walk…no small feat!

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Die Bulova Moonwatch Replik

TECHNISCHE DATEN

Kollektion: Moon Watch

Uhrwerk: Chronograf mit präzisem Hochleistungs-Quarzwerk (262 kHz Schwingungsfrequenz)

Gehäuse: mattierter Edelstahl polierte längliche Chronografen-Drücker, Saphirglas

große Krone auf 3 Uhr, verschraubter Gehäuseboden, wasserfest bis 50 m (5 bar)

Durchmesser: 45 mm

Zifferblatt: schwarz mit lumineszierenden Stabindices, Datumsfenster zwischen 4 und 5 Uhr

Armband: Box-Set mit zwei auswechselbaren Armbändern in Leder mit schwarzer Nylonoberfläche und Textilband mit braunem Lederpatch sowie Werkzeug für den Bandwechsel

 

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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