Freitag , 24. November 2017
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„De Bethune“ mit neuen altbekannten aber „fragwürdigen“ Eigentürmern

Rettung in letzter Sekunde. Nachdem sich Hauptinvestor David Zanetta im vergangenen Jahr operativ aus dem Unternehmen zurückgezogen hatte, war die Zukunft der Marke De Bethune ungewiss.

Gegenüber TICK-TALK wurde heute kommuniziert, dass eine Mehrheitsbeteiligung an ein Investitionskonsortium unter der Leitung von Pierre Jacques, dem früheren CEO der Marke, und dem Private-Equity-Investor Giovanni Perin – er ist einer der drei Management Partners bei der Threestones Capital SA – die 640 Millionen Euros verwalten – verkauft wurde. Pierre Jacques war zuletzt CEO von MCT (Manufacture Contemporaine du Temps). Von 2011 bis 2015 war er CEO von De Bethune.

Denis Flageollet, Mitbegründer und COO De Bethune, hält im Rahmen dieser Transaktion eine wesentliche Beteiligung am Unternehmen. David Zanetta, der Mitbegründer der Marke, tritt zurück und gibt all seine Anteile ab. Er hatte sich bereits im vergangenen Jahr an seinem 70. Geburtstag von der operativen Seite des Unternehmens zurückgezogen, nachdem er in den letzten 14 Jahren einen herausragenden Beitrag für die Marke De Bethune geleistet hatte.

Seit seiner Gründung hat De Bethune eine einzigartige und starke industrielle Basis für die Uhrmacherkunst geschaffen. Heute zeichnet sich die Marke durch ein Höchstmass an Qualität und Innovation aus und ist damit fest im exklusiven Kreis der Haute Horlogerie vertreten. De Bethune hat nicht weniger als 25 Kaliber vollständig in house erarbeitet, rund 30 Weltneuheiten lanciert sowie eine Reihe von Patenten entwickelt sowie 150 einzigartige Modelle hergestellt.

Während De Bethune auf dem Höhepunkt vor zwei Jahren noch 400 Uhren pro Jahr herstellte, wurden für 2016 und werden für 2017 in der regulären Serie noch rund 150 Stück angepeilt. In Anbetracht des ungünstigen Branchenumfeldes sah man sich dazu genötigt, das Sortiment zu straffen. Die für die oberste Preisklasse zu «gewöhnlichen» Drei-Zeiger-Uhren mit Preisen um 30 000 Fr. werden nicht mehr weiter produziert; stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf die Modelle, mit denen man sich stärker von der Konkurrenz abhebt und die zwischen 80 000 Fr. bis 500 000 Fr. kosten, sowie auf Einzelanfertigungen. Dieser Kurs wird von den neuen „altbekannten“ Inhabern fortgeführt.

Es ist kein Geheimnis, dass wir bei Tick-Talk grosse Fans der Arbeit von De Bethune sind. Wir waren konsequent von den technischen Innovationen und der Kreativität des Teams beeindruckt, und es wäre in der Tat eine Schande gewesen, wenn die Firma verschwunden oder in falsche Hände geraten wäre. Mit diesem neuen Kapitalfluss ist die Zukunft und der Weiterbestand des Unternehmens gesichert, wenn sich die Protagonisten nicht selbst die Taschen füllen werden.

Die neue Struktur des Unternehmens wird Pierre Jacques, der seine neuen Aufgaben am 1. Dezember 2017 übernimmt, demnächst bekannt geben. Das Werbe- und Kommunikationsbudget wird er – wie es nicht anders zu erwarten ist – seinem alten Buddy Brice Lechevalier, GMT Magazines, worldtempus, etc. – wo er finanziell auch noch beteiligt ist – zuschieben.

P.S.: Ich kann mich noch gut an Pierre Jacques Anfänge erinnern, als er noch aktiv im GMT Magazin als Gründer und Herausgeber tätig. war. Beide, Co-GMT-Partner Brice Lechevalier und Pierre Jacques beauftragten mich damals als freien Journalisten für Content-Erarbeitung und -lieferung. Die hierfür vereinbarte Rechnung wurde dann jedoch nur nach massivsten Drohungen meinerseits – wie in einem guten Krimi – auf einer Autobahnraststätte bei Genf nach 1,5 Jahren Bar bezahlt. Das war dann auch das Ende der Zusammenarbeit mit GMT Magazin. Dies war gemäss unseren Recherchen kein Einzelfall. GMT Magazin bezahlte die Autorenhonorare nicht oder nur sehr schleppend, während sich die beiden Protagonisten auch heute noch die Taschen immer zuerst selbst füllen respektive sich mit teurer Uhren Tourbillon’s etc bezahlen lassen.
Paul O’Neil, heute bei Worldtempus (einer PR Plattform der Schweizerischen Uhrenindustrie, wo alle Pressemitteilungen 1:1 für gutes Geld veröffentlicht werden) also Buddy von Brice Lechevalier (er ist Inhaber der PR Plattform), ist aus dem selben Holz geschnitzt. Er hatte damals als PR & Event Manager (3.2007-9.2009) bei Montres Wyler SA in Genf, die zwischenzeitlich Konkurs ging, dutzende von Abonnements Rechnungen des TOURBILLON Magazin nicht bezahlt.
Auch das deutsche Armbanduhren Magazin – früher Armbanduhren International – nimmt es mit den Autorenhonoraren nicht so genau – Schweizer Autoren warten seit gut über 20 Jahren auf 50’000,00 Schweizer Franken an Honoraren, der sonst eloquente und mehrsprachige polyglotte Chefredakteur und Frauenversteher Peter Braun, mit einer Türkin verheiratet, engster Buddy von Gisbert L. Brunner, wird bei diesem Thema sehr einsilbig. Sein Verleger Christoph Heel ist und bleibt ein unangenehmer Zeitgenosse, der unheimlich kreativ wird, wenn es darum geht, Rechnungen nicht zu bezahlen. Er versucht zeitenweise die offenen Lieferanten Rechnungen mit Uhren, die er gratis von Inserenten erhält, zu bezahlen.

Haben oder hatten Sie solche Erfahrungen, bitte melden Sie sich persönlich bei mir, danke.

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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