Samstag , 21. September 2019
Home / Uhren / Die hippe Idee von DIALS: Uhren tragen, nicht kaufen
Reich aussehen – mit einer Miet-Uhr von Dials

Die hippe Idee von DIALS: Uhren tragen, nicht kaufen

Schweizer Startup eröffnet die erste Sharing-Plattform für Luxusuhren

“Sharing Economy” ist ein Schlagwort unserer Zeit. Ob Autos, Wohnungen oder edle Handtaschen – die geteilte Nutzung kostspieliger Dinge liegt im Trend. Ab sofort ermöglichen vier Schweizer Jungunternehmer das Sharing von Luxusuhren. Drei Wochen lang eine Rolex Daytona tragen? Während drei Monaten die sportliche Omega Speedmaster am Handgelenk spüren?
Oder die kaum genutzte Audemars Piguet Royal Oak besser auslasten? Das neue Konzept des “Watchsharing” von DIALS macht dies möglich. Für jede Frau und jeden Mann.

Audemars Piguet Royal Oak Offshore. Foto: DIALS

Ob beim Musik hören, beim Einkaufen, sich informieren oder verlieben, die Digitalisierung hat jeden Aspekt des Lebens umgekrempelt. Fast jeden Aspekt, denn die Art, wie Luxusuhren erworben und getragen werden, hat sich kaum verändert. Nach wie vor führt der Weg zu einem exklusiven Timepiece über einen Uhrenhersteller oder -händler und, je nach Nachfrage, via eine lange Warteliste zur Investition einer erheblichen Summe in ein rares Produkt.

Die Gruppe potenzieller Trägerinnen und Träger edler Uhren ist somit relativ klein. Und wer zu den Liebhabern und Liebhaberinnen schöner Uhren zählt, die über das nötige Kapital verfügen, besitzt nicht selten mehrere Exemplare. Regelmässig getragen wird aber in der Regel nur das Lieblingsstück, während die anderen, ebenso begehrten Modelle irgendwo vor sich hin ticken. Kaum genutzt und ohne bewundert werden zu können.

Von links: Rolex GMT II Pepsi, Rolex Sea Dweller Deep Sea, Frank Muller Colordreams. Foto: DIALS

Diesem brachliegenden Potential nimmt sich DIALS an, das Startup der beiden Brüderpaare Lucas und Claudius Knecht aus Zürich sowie Robin und Julian Vogelsang aus S-chanf im Engadin. Mit ihrer neuen Watchsharing-Plattform bringen sie das Angebot an hochwertigen Uhren mit der steigenden Nachfrage zusammen und ermöglichen den temporären Besitz einer Luxusuhr. «Das Thema Sharing beschäftigt uns seit Langem. Heute mehr und mehr und in allen Lebensbereichen», erklärt Robin Vogelsang. «Warum Dinge kaufen, wenn man sie teilen kann? Dies gilt insbesondere auch für Luxusgüter.»

So funktioniert DIALS: 
Privatpersonen, die hochwertige Uhren besitzen, stellen diese auf DIALS für ein Sharing zur Verfügung. Die Uhren sind versichert, werden professionell gelagert und gewartet und können eine Rendite einbringen, ohne dass sie verkauft werden müssen.

So funktioniert das Watchsharing für die Eigentümer und Anbieter der Uhren. Video: DIALS

Den anderen Teil der DIALS-Community stellen Kundinnen und Kunden, die Freude an schönen Uhren haben, die dauerhafte Investition von tausenden oder zehntausenden von Franken aber nicht machen wollen. Oder, die ihre Traumuhr erst tragen und spüren wollen, bevor sie langfristig investieren.
Sie alle können nach einem Backgroundcheck ihr Lieblingsmodell für drei Wochen oder drei bzw. sechs Monate besitzen und dann zurückgeben. Oder gegen ein anderes Modell austauschen, ganz nach Belieben, mit dem DIALS Uhren-Abo.

So funktioniert die Auswahl einer Uhr mit Watchsharing von DIALS. Video: DIALS 
Die Preise für das Uhren-Sharing variieren je nach Wert des gewählten Modells und der Dauer der Nutzung. DIALS vermittelt Uhren ab einem Marktwert von 4000 Franken. Kundinnen und Kunden wiederum zahlen ab 250 Franken für drei Wochen, ab 200 Franken/Monat für drei Monate oder ab 150 Franken/Monat bei einer Nutzung während sechs Monaten.
Abgewickelt wird das Ganze online, in  wenigen Schritten, einfach und intuitiv. Dabei können die Kunden übrigens jede Uhr mit diversen Uhrenbändern kombinieren, ganz nach Wunsch und Geschmack. Lederne Bänder der Eigentümer der Uhren werden aus hygienischen Gründen nicht an Dritte abgegeben.
Die Lieferung der schönen Stücke, verpackt in edle, lederbezogene Boxen, erfolgt per Kurier am Folgetag.

An sie richtet sich DIALS:
Personen, die zu einer speziellen Gelegenheit, einer Hochzeit, einem Geburtstag oder einer exklusiven Party eine spezielle Uhr tragen möchten. Sie wählen das DIALS 3-Wochen Paket.
Uhrenliebhaber und Interessierte, welche die Abwechslung schätzen, ohne alle Wunschmodelle besitzen zu müssen. Für sie gibt es das DIALS Uhren-Abo.
Für potenzielle, noch unentschlossene Uhrenkäufer gilt: Try before you buy. DIALS ermöglicht es, eine hochwertige Uhr vor dem Kauf für eine bestimmte Zeit zur Probe zu tragen – für 3 Wochen, 3 Monate oder ein halbes Jahr.
Leute, die ein spezielles Geschenk suchen, wählen die attraktiven DIALS Gutscheine.
Personen, die sich eine hochwertige Uhr (noch) nicht leisten können oder wollen.
Uhrenbesitzer, die ihr Kapital lieber rentabel arbeiten lassen, als es zu Hause einzusperren.

Die Gründer von DIALS

Von links: Claudius Knecht, Julian Vogelsang, Lucas Knecht, Robin Vogelsang.

2011 trafen Robin und Julian Vogelsang sowie Lucas und Claudius Knecht im Sportgymnasium Davos erstmals aufeinander. Die beiden Brüderpaare, talentierte Skirennfahrer die einen, passionierte Golfspieler die andern, fühlten sich durch den Sport sofort miteinander verbunden. Die enge Freundschaft hielt auch während des Studiums in St. Gallen und Zürich, wo die vier abends in ihren WGs an neuen Geschäftsmodellen tüfteln.

Die Idee, exklusive Uhren auf Zeit zu teilen, entstand schliesslich Ende 2017, anlässlich einer Seminararbeit an der Universität Sankt Gallen. Lucas Knecht erinnert sich: «Mit 14 Jahren gewann ich an einem Golfturnier in Payerne meine erste Uhr: eine Baume & Mercier. Damit war mein Interesse für schöne Uhren zwar geweckt, doch ein neues Modell, das mir später gefiel, konnte ich mir nicht leisten.»

Mit dem Watchsharing haben die vier das Instrument gefunden, dies zu ändern: Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung in langen Nächten und an kurzen Wochenenden wurde die DIALS AG im Mai 2019 aus der Taufe gehoben – und am 31. August 2019, 12 Uhr mittags, geht DIALS live.

Die Freude der Gründer ist gross. Und ihr Timing stimmt.

Die Firma DIALS

Die Schweizer Firma DIALS AG wurde im Mai 2019 gegründet. DIALS ermöglicht es Kunden und Kundinnen erstmals, für eine selbst gewählte Zeit eine hochwertige Uhr zu tragen. Die Möglichkeit, zwischen verschiedenen begehrten, teils schwer erhältlichen Modellen wechseln zu können, zum Beispiel einer Rolex Daytona, einer Nautilus von Patek Philippe und der neuesten Royal Oak von Audemars Piguet, steht dabei besonders im Fokus.

Die Gründer von DIALS verstehen ihr Businessmodell auch als Ergänzung zum Kauf einer hochpreisigen Uhr. DIALS kann die Freude und die Leidenschaft für exklusive Uhren bei einer neuen, potenziellen Käuferschaft wecken, die bisher noch keine solchen Werke besitzt. DIALS kann als Teaser oder Überbrückung für einen möglichen späteren Kauf dienen, nicht zuletzt für Modelle, mit deren Kauf eine langjährige Wartezeit verbunden ist.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.