Donnerstag , 20. Juni 2019
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Die Baselworld 2019 befindet sich in einem Transformation Prozess

Die gesamte Uhrenbranche befindet sich im Umbruch. Fazit der diesjährigen Ausgabe der Baselworld: minus ein Fünftel Aussteller, minus ein Fünftel Besucher. Die 3300 Medienvertreter – vor allem der deutsche Uhren Journaille – interessiert dies wenig, solange sie gratis verköstigt und untergebracht werden.

Die Baselworld 2019 war eine spezielle Messe. Zum ersten Mal waren die Swatch-Marken nicht mehr an der Uhrenmesse vertreten. Und auch sonst kamen weniger Aussteller, insgesamt nur noch 520, ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Dies schlug sich bei den Besucherzahlen nieder, sagte Messeleiter Michel Loris-Melikoff am Dienstag an der Pressekonferenz zum Abschluss der Baselworld. Um 22 Prozent seien diese eingebrochen, auf 81’200.

Angesichts der rückläufigen Zahlen und der anhaltenden Kritik, leitete Loris-Melikoff, der letzten Mai das Zepter von der langjährigen Leiterin Sylvie Ritter übernommen hatte, nun einen Wandel ein. Er will die Baselworld umbauen, von einer analogen Verkaufsmesse – die vor allem von Produzenten und Zwischenhändlern genutzt wurde – zu einer modernen, digitalen Kommunikationsplattform. «Es braucht die Baselworld noch immer», zeigte sich Loris-Melikoff überzeugt. Sie biete den Uhren- und Schmuckherstellern die Möglichkeit, um sich mit Händlern, Sammlern, Journalisten oder Influencern während gut einer Woche vor Ort in Basel zu vernetzten – und sich künftig auch während des ganzen Jahres digital auszutauschen.

Mehr Platz

Einen ersten Schritt auf dem Weg in die Zukunft hat die Messe auf diese Ausgabe hin gemacht. Den frei gewordenen Platz nutzte man für den Ausbau des Catering-Angebots und für ein grösseres Medienzentrum. Zudem bot man den Ausstellern eine Bühne für Präsentationen und konnte mit einem Grossteil der Basler Hotels ein Programm ausarbeiten, das faire Übernachtungspreise garantieren soll.

Die Transformation ist noch längst nicht abgeschlossen. Künftig gibt es mehr Show-Bühnen, die Kommunikation über soziale Medien soll ausgeweitet und neue digitale Dienstleistungen angeboten werden. So will die Messe vor allem kleinere Aussteller in Marketingfragen unterstützen und über den «eConcierge» können Flüge, Hotels, Restaurants oder Treffen reserviert und arrangiert werden. Das soll Umsatz generieren.

Baselworld 2019 für Messe nicht rentabel

Der Umbau werde nicht von heute auf morgen geschehen und koste Geld, sagte Loris-Melikoff. Er sieht dafür einen Zeithorizont von drei Jahren vor. Angesichts der hohen Kosten sei die Baselworld 2019 nicht rentabel gewesen. Die Messegruppe MCH will, dass sich das ändert. Sie schrieb wegen hoher Abschreibungen auf den Messehallen im vergangenen Jahr einen hohen Verlust.

Besserung verspricht sich Loris-Melikoff vom neuen Messetermin. Im kommenden Jahr findet die Baselworld vom 30. April bis am 5. Mai unmittelbar nach der Uhrenmesse in Genf statt. Dies sei ein grosses Anliegen der Aussteller gewesen und erspare vielen ausländischen Besuchern, dass sie die weite Reise in die Schweiz zweimal antreten müssen.

Messe will Negativspirale stoppen

Das oberste Ziel sei es, mit den Veränderungen Aussteller und Besucher zurückzugewinnen und die Negativspirale zu stoppen, gab sich der Messeleiter kämpferisch. Dafür habe man in den letzten Monaten viele Gespräche geführt und Überzeugungsarbeit geleistet. Bereits hätten abgewanderte Aussteller die Rückkehr nach Basel in Aussicht gestellt, sagte Loris-Melikoff ohne konkret Namen dazu zu nennen.

Um die Swatch Group dürfte es dabei nicht gehen. Schliesslich hatte Konzernchef Nick Hayek noch Mitte März eine Rückkehr an die Baselworld ausgeschlossen. Wenn es um die Präsentation ihrer Produkte und Neuheiten geht, dann setzen die Swatch-Marken auf ihr weltweites Filialnetz und Treffen mit Händlern vor Ort. Zudem wurden auf Wunsch der Händler während der Baselworld neue Uhren im konzerneigenen Grieder-Haus in Zürich vorgestellt. Die Uhren durften nicht fotografiert werden und Medienvertreter waren unerwünscht.

Anmerkung: 3300 Medienvertreter sind zuviel, lieber auf Qualität setzen, dann wären es lediglich ca. 500 Journalisten. Denn als Journalisten laufen auch Inserate-Akquisiteure so zum Beispiel sichert Gisbert L. Brunner, Auftragsschreiber der Uhrenindustrie, mit der Messe die Finanzierung seines www.Uhrenkosmos.de Blogs. Auch die Mitarbeiter des Ebner Verlags, der deutschen Uhren Journaille, laufen bewaffnet mit einer Excel Datei die Aussteller ab, mit dem Ziel Inserate für Uhren Magazin, Chronos, etc. zu generieren. Armbanduhren ist auch so ein Kandidat, Peter Braun ist immer in Begleitung seines Verlegers Christoph Heel, der immer Klamm zu scheinen ist, er bezahlt seine Rechnungen mit Uhren, dies vom Hörensagen. Auch der Head of Content vom Watchadvisor ist kein Journalist, er legt einen redaktionellen Teppich, damit die Besucher Uhren kaufen. Der Österreicher arbeitet in der Schweiz ohne Arbeits- und Aufenhalts-Genehmigung, dies kann seinem Zuger Arbeitgeber teuer zu stehen kommen (Standort Zug ist Steuergünstig).

Dies ist nur ein paar Beispiele von vielen Tausenden. Auch Frauen des horizontalen Gewerbes tarnen sich als Journalistinnen. Sie sind im Nebenberuf Model und eine Buchung kostet 2500 Euro.

Hier sollte man bei der Baselworld Ausgabe 2020 ansetzen. Ich stelle mich gerne beratend zur Verfügung, denn ich kenne nach 43 Jahren alle Gesichter und weiss auch wie sie ticken.

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.