Samstag , 21. September 2019
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Ein Porsche, den keiner haben wollte

20 Millionen Dollar oder mehr sollte der Ur-Porsche Typ 64 einbringen. Doch die Auktion am Wochende bei RM Sothebys endete im Desaster.

Die mediale Aufmerksamkeit für die einzig erhaltenen Typ 64, Baujahr 1939, dem ersten Auto, das den Schriftzug tragen durfte, war bereits im Vorfeld der Auktion in Monterrey im US-Bundesstaat Kalifornien gross. 20 Millionen oder mehr sollte das silberne Coupé einbringen. Doch statt einem Rekordpreis fuhr der Wagen dem Auktionshaus an diesem Wochenende ein PR-Desaster ein.

Porsche Typ 64: Der Ur-Porsche kommt unter den Hammer. Typ 64: Der erste Porsche wird im Sommer versteigert. (Quelle: RM Sotheby’s)

Die Auktion begann von Sotheby’s wie geplant. Unter Applaus fuhr der seltene Sportwagen auf die Bühne, das Publikum sprang vor Begeisterung auf, Smartphones wurden gezückt, Personen drängten sich für eine bessere Sicht nach vorne.

Doch dann kam das Startgebot und was folgte, war der Anfang vom Ende. Denn als der Auktionator das Startgebot von 13 Millionen US-Dollar ausrief, zeigte der Bildschirm 30 Millionen US-Dollar an. Beim folgenden Gebot von 14 Millionen Dollar, erschien die Zahl 40, bei 15 Millionen 50 und so weiter. Erst als der Bildschirm 70 Millionen anzeigte, merkten die Verantwortlichen, was passiert war, korrigierten die Anzeige auf dem Bildschirm und stellten klar, dass es sich um 17 Millionen Dollar handelte. Das wurde mit Buhrufen quittiert.

«Was für ein Witz», sagte Johnny Shaughnessy der Nachrichtenagentur Bloomberg, ein Sammler aus Südkalifornien, der sich gerade im Raum befand als es passierte. «Sie haben soviel Glaubwürdigkeit verspielt. Mein Vater hätte dieses Auto für 5 Millionen kaufen können. Es wird seit Jahren herumgereicht und niemand will ihn haben».

Das Gebot jedenfalls endete nach wenigen Minuten bei 17 Millionen Dollar – und damit unter dem vom Besitzer festgelegten Mindestpreis. Niemand streckte auf. Der Wagen ist also noch immer  zu haben.

 

 

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.