Sonntag , 20. August 2017
Home / Uhren / Erheblicher Imageschaden für Parmigiani Fleurier

Erheblicher Imageschaden für Parmigiani Fleurier

Der Ruf der Fifa ist derart ruiniert, dass vom Weltverband nicht mal mehr Geschenke angenommen werden. 65 Luxusuhren der Marke Parmigiani Fleurier – die aus einem Sponsoring Deal mit dem CBF stammen – im Wert von 1,5 Mio. Schweizer Franken sollen für wohltätige Zwecke gespendet werden, doch keiner will sie haben!

65 Uhren, Luxusstücke der Marke Parmigiani Fleurier im Wert von insgesamt 1,5 Mio. Schweizer Franken lagern an einem unbekannten Ort in Zürich. Die edlen Zeitanzeiger kamen vom brasilianischen Fussballverband CBF und waren eigentlich für die Fifa-Funktionäre bei der Weltmeisterschaft in Brasilien bestimmt. Nun weiss niemand mehr, wohin damit.

Dabei war die Sache schon im vergangenen Jahr äusserst peinlich für die Fifa. Die „WELT“ hatte im August 2015 darüber berichtet, wie die Uhren zu den honorigen Herren gekommen waren. Einige fanden sie in ihrer Post, andere im Hotelzimmer, manchmal lagen sie auch versteckt in Plastiktüten, neben Trikots, Wimpeln und Kugelschreibern, so dass die Finder ursprünglich gar nichts von dem grosszügigen Geschenk wussten. Als die kuriose Geschichte an die Öffentlichkeit kam, war den Funktionären der Spott sicher.

Die Ethikkommission der Fifa fand das hingegen gar nicht witzig. Sie wollte zeigen, dass die Uhren jetzt anders ticken beim Weltverband, und forderte die Zeitmesser unter Strafandrohung zurück. Die schöne Idee: Wenn alle in Zürich eingetroffen sind, werden sie an eine gemeinnützige soziale Institution gespendet. Mit der Kinderrechtsorganisation „Terre des Hommes“ glaubte man dann auch, einen würdigen Abnehmer gefunden zu haben.

Ende gut, alles gut? Nein, denn das Ende dieser scheinbar unendlichen Geschichte lässt weiter auf sich warten. Zunächst einmal wollten einige der Fifa-Funktionäre, die zuvor schon so manche teuere Uhr von der Uhrenindustrie geschenkt bekommen hatten, sich nicht von den teuren Stücken trennen. Der britische Fussball-Chef Greg Dyke etwa sah partout nicht ein, dass er so ein Geschenk nicht annehmen darf. Und auch Europas Fussball-Präsident Michel Platini, der als Nachfolger von Sepp Blatter gehandelt wird, formulierte ein paar Sätze, die man so zusammenfassen kann: Geschenkt ist geschenkt. Erst vor ein paar Wochen kam auch der letzte Funktionär zur Einsicht und schickte die Uhr zurück.

Nun ist dieser Skandal bekanntlich ziemlich klein im Vergleich zu all dem, was seither passiert ist beim wichtigsten Sportverband der Welt. Der jüngste Ärger um Korruption hatte gar die Rücktrittsankündigung des Fifa-Präsidenten Sepp Blatter zur Folge. Das alles hatte wiederum konkrete Folgen für die Sache mit den Uhren: „Terre des Hommes“ will die teuren Stücke auf einmal nicht mehr haben. Vor ein paar Tagen sagten sie der Fifa ab, öffentlich will sich dazu niemand äussern. Es wird aber gemunkelt, dass das schlechte Image der Fifa schuld ist.

Jetzt muss die Truppe um Präsident Sepp Blatter also, erneut auf die Suche gehen. Geld stinkt bekanntlich nicht, eine Fifa-Uhr respepektive Parmigiani Fleurier Luxusuhr, aber offensichtlich schon. Vielleicht sollte der Verband die teuren Stücke einfach für einen guten Zweck versteigern. Viel Aufmerksamkeit wäre den Herren auf jeden Fall sicher.

 

 

 

About evonet