Samstag , 17. November 2018
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Luka Sabbat droht Ärger

Kommunikationsfauler Influencer auf 90’000 Schweizer Franken verklagt

Erstmals wird in den USA ein Influencer verklagt, weil er nicht influenct.

Zuerst sind es die Steuern, die die Influencer als neue starke Finanzquelle entdecken, nun schlagen auch die Auftraggeber zurück. Die PR Agentur PRC will mit dem «posierfaulen» Influencer Luka Sabbat ein Exempel statuieren und könnte so die Welt der Social-Media-Stars grundlegend verändern.

Luka Sabbat ist überall: Momentan als Stargast an der Männermodewoche in Paris, an der Met Gala war er auch dabei und Dolce & Gabbana buchte ihn schon als Model. Doch wer ist der Typ mit den Dreadlocks eigentlich? Luka Sabbat, aufgewachsen zwischen Paris und New York, hat ein Gespür für Mode vererbt bekommen: Seine Mutter ist Stylistin, der Vater Designer. Der 20-Jährige modelte für Brands wie Urban Outfitters und Pull & Bear und lief danach sogar an der SS17 Show von Dolce & Gabbana in Mailand mit. Mittlerweile ist Luka Gründer und Creative Director des Fotografie-Projekts “Hot Mess“, worin junge Leute in ihnen ungewohnten Situationen porträtiert werden: Ein junger Punk diniert im New Yorker Edelrestaurant Cipriani, ein Rich Kid steht in den Strassen von Chinatown.

Momentan macht Luka aber Fotografie-Pause und lässt sich als neuer It-Boy in Paris feiern.

Nun droht ihm jedoch massiver Ärger.

Influencer Luka Sabbit wird von Snapchats PR-Agentur PRC auf 90 000 Schweizer Franken verklagt, weil er sich nicht an seinen Werbevertrag gehalten hat. Damit droht der Zoff zwischen dem Mediengiganten und dem Instagramer als abschreckender Präzedenzfall in die noch junge Geschichte von Social Media einzugehen.

PARIS, FRANCE – JUNE 09: A young woman shows her ‚Spectacles‘-glasses of the company Snap Inc on June 09, 2017 in Paris, France. At the press of a button, owners can take up to ten seconds of videos with glasses that can then be downloaded on Snapchat application. The camera is positioned in the left arm of the glasses. On the right side, a light turns on when shooting. The camera-sunglasses is now sold in France in vending machines named „Snapsbots“since June and costs 149.99 euros. (Photo by Chesnot/Getty Images)

Sabbat hat 1,4 Millionen Abonnenten bei Instagram und ist damit für Unternehmen, die auf dieser Plattform werden wollen, besonders attraktiv als Aushängeschild ihrer Produkte. So hat die PR-Agentur PRC den 20-jährigen dafür verpflichtet, die neue Snapchat-Videobrille «Spectacles 2» zu bewerben. Vereinbart waren vier Instragram-Posts, in denen Sabbat die Brille präsentieren sollte. Darüber hinaus erklärte sich der Influencer vertraglich bereit, sich mit der Brille öffentlich fotografieren. Sein Honorar für alle Leistungen: 60 000 Schweizer Franken, 45 000 Schweizer Franken erhielt er im Voraus.

Sabbat hat aber lediglich zwei der vier vereinbarten Instagram-Posts erstellt. Öffentlich fotografieren liess er sich mit der Brille auch nicht. PRC forderte ihn daraufhin auf, den Vorschuss von 45 000 Schweizer Franken zurückzuzahlen. Doch er wollte – wie ist es anders zu erwarten – davon nichts wissen. Nun verklagt die Agentur Sabbat auf eine zuzügliche Schadensersatz-Zahlung  von nochmals 45 000 Schweizer Franken. Darüber hinaus müsse er für die Anwaltskosten aufkommen. Warum Sabatt diese wegen fehlenden Leistungen nicht erfüllt hat, ist nicht bekannt. Er selber hat sich zum Fall bisher nicht geäussert. Doch seine Unzuverlässigkeit könne Luka Sabbat teuer zu stehen kommen – und zugleich zu einer Warnung für alle Influencer werden. Diese müssen sich vertraglich genauso an Rechte und Pflichten halten wie alle anderen Werbestars respektive Markenbotschafter.

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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