Dienstag , 23. Mai 2017
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Generationenwechsel bei A. Türler Uhren und Juwelen Zürich AG

Über 45 Jahre lang hat Franz Türler das 1883 gegründete Uhren- und Juweliergeschäft geführt.

Franz Türler Sen. & Franz Türler Jun.

Franz Türler übergibt jetzt seinem Sohn Franz A. Türler die Geschicke der Firma. Franz A. Türler wird sich in Zukunft auf Kreation und Design sowie auf die Beratung im Bereich von Uhren, Schmuck und Juwelen konzentrieren. Im Zuge dieser neuen geschäftlichen Ausrichtung wird Türler den Standort am Paradeplatz in Zürich per Ende September aufgeben. Das Geschäft wird von der Swatch Group für eine eigene Boutique – Harry Winston – übernommen . So richtig schockte Swatch die anderen Juweliere an der Bahnhofstrasse aber, als der Konzern das Griederhaus an der Bahnhofstrasse für geschätzt 400 Millionen Franken kaufte. Sie befürchteten, Swatch würde ein grosses Uhrenhaus einrichten. Damals sagte Hayek ebenfalls, dass er vermutlich einen Harry-Winston-Standort eröffnen würde. Den will er jetzt im Türler-Haus einrichten. Im Griederhaus sind immer noch Louis Vuitton und das Modegeschäft Grieder eingemietet.

Swatchs erster Monostore ist das aber nicht. Bereits im Jahr 2000 eröffnete der Konzern mit Omega an der Bahnhofstrasse eine erste eigene Boutique. Omega wurde 1884 in der Schweiz gegründet, und Jahre später von Swatch gekauft. Genauso gehört die Schweizer Prestigemarke Breguet inzwischen zur Swatch Group und die mittelpreisige Marke Tissot. Mit beiden ist Swatch ebenfalls prominent mit eigenen Geschäften in der Bahnhofstrasse vertreten.

Hinzu kommen die zwei eigenen Swatch-Stores an der Bahnhofstrasse und im Hauptbahnhof. Als Shop-in-Shop ist Swatch aber auch im Jelmoli, im Manor an der Bahnhofstrasse und mit einem Retailer im Landesmuseum präsent.

Aus der Bahnhofstrasse wird die Swatch-Strasse

Wie das neue Konzept aussehen soll, will Franz A. Türler noch nicht verraten, darüber werde zu einem späteren Zeitpunkt informiert. Der Name Türler bleibe aber bestehen. «Der gesamte Detailhandel befindet sich zurzeit im Wandel», sagt Türler. Es gelte nun, sich für die Zukunft zu wappnen. «Ich bin voll motiviert, etwas Neues anzupacken.» Finanzielle Gründe seien es nicht gewesen, die zur Aufgabe am Paradeplatz geführt hätten. Zwar seien die letzten Jahre schwierig gewesen, «wir haben aber trotzdem erfolgreich gearbeitet».

Einige der jüngsten Entwicklungen stellten das Familienunternehmen aber durchaus vor Probleme, so zum Beispiel der Trend zu Mono-Brand-Stores, wie sie etwa Omega oder IWC an der Bahnhofstrasse betreiben. «Das Kaufverhalten der Kunden ändert sich», sagt Türler. Diese Stores sind eine direkte Konkurrenz für den Detailhändler, der die gleichen Marken im Sortiment führt. Auch der starke Franken und damit das Ausbleiben von Touristen hätten den Druck auf die Branche erhöht. «Man kann sagen, dass die Kundenzahl eher leicht abgenommen und zugleich das Angebot an der Bahnhofstrasse zugenommen hat.» Ob auch die hohen Mietpreise ein Grund für die Geschäftsaufgabe waren, will Türler nicht sagen. Mit der Vermieterin Credit Suisse hätten sie stets gute Beziehungen gepflegt.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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