Sonntag , 20. August 2017
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Glanzlose und bedeutungslose Sternchen: Watchstars 2015

Wie glaubwürdig ist der vom Ebner Verlag Ulm neu lancierte „international renommierte“ Uhren Award?

„Uhren-Awards gibt es viele. Wirklich international sind nur sehr wenige. Dazu gehören seit 2014 die Watchstars, deren Jury gegenwärtig insgesamt 64 anerkannte Journalistinnen und Journalisten aus 19 Ländern angehören“, so lobt der Präsident der Jury der Watchstars die Watchstars aus. Der Vize der Jury ist Chefredakteur des Uhren-Magazins.

Sieht man jedoch hinter den Vorhang, erkennt man sofort die Absichten, die hinter der Lancierung stehen. Der Ebner Verlag Ulm, Monopolist in Sachen Uhrenmedien, hat dieses Marketinginstrument kreiert. Der Präsident ist ehemaliger Beamter der Bayerischen Regierung, zwischenzeitlich pensioniert, war Teilzeit-Hobbyuhrenfachjournalist, und hat vor Jahren die WWMG World Watch Media Guild gegründet. Das umstrittene Syndikat WWMG ist ein Gefäss für Uhrenfachjournalisten die PR-Berichte für die Uhrenindustrie gegen Honorierung in allen wichtigen Medien plazieren.

Der Präsident publiziert in seinem Blog http://gisbert-brunner.gq.de/, seit Anfang Juli blogt er in einem anderen Blog http://www.redbulletin.com/gisbert-brunner/de/markets/gisbert-brunner

Ein weiteres Jury Mitglied – steht beim Ebner Verlag auf der Payroll – bloggt unter www.watch-insider-com, einem Englischsprachigen Blog der auch vom Ebner Verlag vermarktet wird. Der Deutschsprachige Blog musste rasch wieder eingestellt werden.

Vergleicht man die Posts in beiden Blogs, werden zum Teil Posts zum gleichen Thema über die gleiche Marke zeitgleich oder mit ein paar Tagen in Deutscher und Englischer Sprache veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um allgemein zugängliche Pressemitteilungen die zum Teil 1:1 ohne irgendwelche Änderungen abgedruckt respektive veröffentlicht werden. Es ist also kein objektiver Journalismus sondern nur bezahlter PR-Content. Über Michael Albus,  Head of Digital Sales Watch Media Group, kann eine Mediadokumentation von watch-insider.com angefordert werden. Sowohl der Präsident der Jury als auch der Blogger watch-insider.com veröffentlichen die Inhalte dann auch noch in verschiedenen Printmedien wie GQ, Chronos, Uhrenmagazin, Schweizerische Handelszeitung, Bilanz, etc.

Ein weiterer Blog http://www.fratellowatch.com gehört auch zu Ebner Porrfolio und wird Michael Albus verwaltet. Robert-Jan Broer taucht auch wieder in der Liste der Watchstar Jury auf.

Sieht man sich die hochkarätige internationale Experten-Jury, darunter viele „erfahrene“ Uhren-Fachjournalisten, an, sind die Experten die in der Watchstars-Jury wieder identisch mit den Mitgliedern des umstrittenen Syndikats  WWMG World Watch Media Guild.

Auch bei den Watch Experts Excellence Network handelt es sich wieder um ein Marketing-Instrument des Ebner Verlags. Auch hier wieder, die Mitglieder des Watch Expert Excellence Networks sind wieder identisch mit den Mitgliedern des umstrittenen Syndikats WWMG. Von Fachjournalisten wiederum weit und breit keine Spur, dafür sind die PR-Schreiberlinge vertreten. Die Charta des Watch Expert Excellence Networks kann man vergessen, sie entspricht nicht der Realität.

Im Prinzip wird der Leser mit diesen Watchstar Awards hinters Licht geführt. Ein klassischer Fall für die WEKO (Wettbewerbskommission).

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.