Freitag , 18. August 2017
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Hat Junghans wirklich das Potential zum Fliegen?

Bisher ist mir Junghans nur durch ständige Budgetprobleme bekannt, jetzt launcht Junghans  die neue Meister Pilot als Sonderedition im Rahmen eines bombastischen  Presse-und Händler Event‘s in Schramberg. Zudem soll der stillgelegte Terrassenbau wieder aktiviert werden. Was ist passiert bei Junghans?

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Für die Rundflüge über Schramberg in historischen Propellermaschinen ging es mit außergewöhnlichen Oldtimern der Autosammlung Steim zum nahen Flugplatz, auf dem bereits das Brummen der Motoren zu hören war. Der Juniorchef der Firmengruppe, Hannes Steim, ließ es sich dann auch nicht nehmen, sich selbst hinter den Steuerknüppel einer Beechcraft zu setzen, um einigen Gästen höchstpersönlich Eindrücke und Informationen aus luftiger Höhe zu vermitteln

Der Terrassenbau der Uhrenfabrik im idyllischen Schwarzwald zeigte sich den Himmelsstürmern so in einer ganz neuen Perspektive.

Am Abend hatten Gäste und Partner aus aller Welt Gelegenheit, das Eventmodell der neuen Meister Pilot zu bestaunen. „Das besondere Preview-Event in Schramberg ist für uns ein weiterer Meilenstein der Entwicklung und Internationalisierung der Marke“, so Matthias Stotz, Geschäftsführer der Uhrenfabrik Junghans.

DownloadMatthias Stotz, Geschäftsführer von Junghans, und sein Team haben die wesentlichen Designelemente sehr behutsam in die Neuzeit transformiert und schreiben nun die Geschichte von Junghans mit dieser neuesten Kreation fort. Die Event-Edition der neuen “Meister Pilot” greift die prägenden Gestaltungselemente der legendären Junghans-Fliegeruhr aus den 1950er Jahren auf und kombiniert diese mit der weichen, stilvollen Formensprache der heutigen “Meister” Linie.

Das doppelseitig gewölbte Saphirglas bietet beste Sicht auf die gut ablesbaren Leuchtzahlen und markanten Zeiger, auch bei schlechten Lichtverhältnissen.

Auf dem Zifferblatt selbst findet sich ein Bicompax-Chronoscope, dessen Totalisatoren für die laufende Sekunde und die Stopp-Minute gegenüberliegend auf der Achse 3 Uhr zu 9 Uhr angeordnet sind. Ein modernes Chronographenkaliber in Modulbauweise und automatischem Aufzug ersetzt dabei das alte Handaufzugskaliber J88.

Die 12 linsenförmigen Einschnitte auf der beidseitig drehbaren Lünette garantieren eine gute Griffigkeit und sorgen für das unverwechselbare Erscheinungsbild des Zeitmessers, mit historischem Vorbild. Das besondere Konstruktionsprinzip der Frontmontage verleiht dem Zeitmesser eine für Fliegeruhren ungewöhnliche Eleganz.

Nur beim auf jeweils 150 Exemplare limitierten Eventmodell der neuen “Meister Pilot” findet sich auf dem siebenfach verschraubten, kuppelförmigen Gehäuseboden eine Grafik des denkmalgeschützten Terrassenbaus – aus einer Perspektive, wie sie nur Flieger und Piloten erleben.

Das Streben nach grenzenloser Freiheit und die Faszination für das Abenteuer waren entscheidende Voraussetzungen für die Eroberung des Himmels. Der Traum vom Fliegen führte zu einer faszinierenden technischen Entwicklung, die mit Flugpionieren wie den Gebrüdern Wright vor über 100 Jahren und dem ersten erfolgreichen Motorflug begann. Auch die Uhrenfabrik Junghans hat zu dieser Geschichte ihren Beitrag geleistet. Bereits in den 1930er Jahren produzierte das Schramberger Traditionsunternehmen Flugzeug-Borduhren. Gebaut wurden diese in Terrasse 7 des heute denkmalgeschützten Terrassenbaus, der durch seine Bauweise für damalige Verhältnisse der filigranen Arbeit der Uhrmacher optimale Lichtbedingungen bot. In dieser Tradition der Uhren für den Flugverkehr steht auch der von Junghans gebaute, legendäre Bundeswehrchronograph von 1955.

Hoch hinaus geht es dieses Jahr bereits mit dem exklusiven Eventmodell der Meister Pilot der Uhrenfabrik Junghans: Ein unverwechselbares Design und mechanische Genauigkeit machen den Zeitmesser zum perfekten Kopiloten am Handgelenk. Das im September präsentierte Modell ist exklusiv den Teilnehmern des Events vorbehalten. Das Serienmodell folgt zu Beginn des Jahres 2016 und wird anlässlich der Inhorgenta in München dem Publikum offiziell vorgestellt

Junghans: Neues Museum in Schramberg

Am Rande der feierlichen Präsentation der neuen Junghans Meister Pilot eröffnete Hans-Jochem Steim, gemeinsam mit seinem Sohn Hannes Steim Inhaber der Uhrenfirma Junghans, dass er vorhabe, den von ihm ebenfalls erworbenen Terrassenbau wieder einer Nutzung zuzuführen. Das Wahrzeichen der Uhrenstadt Schramberg wurde 1918 nach nur zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Das Gebäude des Architekten Philipp Jakob Manz steht heute unter Denkmalschutz. Derzeit ist es ungenutzt, soll aber demnächst das Junghans Uhrenmuseum, den Betriebsverkauf und eine kürzlich erworbene bedeutende Sammlung an Uhren und Musiktruhen beherbergen. Einer exklusiven Gruppe von Journalisten wurde am Wochenende im Vorfeld eine einstündige Führung gewährt.

 

Junghans seit 1861

Die traditionsreiche Deutsche Uhrenmarke Junghans wurde 1861 von Erhard Junghans gegründet. Anfang des 19ten Jahrhunderts war man der weltweit größe Uhrenhersteller. Im Jahr 1946 wurde das eigene Chronographen-Kaliber J88 präsentiert und die Junghans-Werke galten als führend während der 50er Jahre. Ab 1957 konnte der Schweizer Designer max billgewonnen werden, der mehrere Serien kreierte. In den 70er, 80er und 90er Junghans zählte zu den Pionieren bei den Funkuhren und Solaruhren. Seit dem Jahr 2009 befindet sich das Unternehmen im Besitz der einheimischen Unternehmerfamilie Steim – Dr. Ing. Hans-Jochem Steim und Hannes Steim. Junghans konzentriert sich wieder auchhochwertige Mechanikuhren und die bekanntesten Serien heissen Meister, Erhard Junghans und max bill.

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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