Freitag , 18. August 2017
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Lapo Elkann macht mit Hublot blau

Jean Claude Biver, Hublot Verwaltungsratspräsident,  ist seit Jahrzehnten für seine Medienwirksamen Inszenierungen bekannt.  War es an der Baselworld 2015 sein „All you need is love“- Gedönse, das die Heerscharen von internationalen Journalisten ertragen mussten, so ist es jetzt der Enkel des verstorbenen Fiat Patriarchen Gianni Agnelli, ehemaliger Drogenjunkie und Paradiesvogel Laop Elkann, den er für eine Zusammenarbeit mit Hublot gewinnen konnte.

Heute ist der 37-jährige Lapo Elkann Unternehmer, Umweltengagierter, Weltbürger, der seine Drogen-Dämonen in den Griff bekommen hat, getrieben von sprühender Energie, Kreativität und tiefer Vaterlandsliebe. „Ich bin sehr privilegiert und dankbar dafür, kenne aber die Vor- und Nachteile. Prinzipien sind keine Frage des Geldes“. Das Zentrum all seiner Aktivitäten  ist jedoch „Italia Independent“, 2007 gegründet – die Klammer um verschiedene Firmen, die mit Design, Produkten und Marketing handeln.

Jean-Claude Biver und Lapo Elkann kündigten im November 2014 eine Partnerschaft zwischen Hublot und Italia Independent an. Aus dieser Liaison erwuchsen zwei Sets jeweils bestehend aus Uhr und Brille, die bereits während der Baselworld 2015 zu sehen waren.

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Die Besonderheit der Big Bang Unico Italia Independent: erstmalige Verwendung des Werkstoffs Texalium für ein Uhrengehäuse. Selbiger beseitigt die Karbon inhärente farbliche Beschränkung  auf Schwarz oder ein dunkles Blau, das die Kink Power „Special One“ José Mourinho auszeichnete. Im Gegensatz dazu besticht Texalium durch wahrhaft leuchtende Farben. Die Basis der damit gefertigten Gehäuseteile bildet weiterhin Karbonfaser. Nur beim Herstellen der aus vielen Lagen bestehenden Platte ersetzt Hublot die oberste Schicht Karbonfaser durch eine 0,2 Millimeter dicke aus chemisch durchgefärbter und damit absolut lichtbeständiger und mechanisch ähnlich hoch belastbarer Glasfaser. Die Bearbeitung erfolgt auf den gleichen Maschinen und mit den gleichen Werkzeugen, wie bei reinen Karbonfaser-Komponenten. Kopfzerbrechen bereitete das Erzielen des gewünschten Farbtons. Weil das Verschmelzen von Karbon- und Glasfaser mit Hilfe von Epoxidharz in einem Backofen erfolgt, verändert sich die ursprüngliche Farbe teilweise signifikant. Um beispielsweise das strahlende Blau der auf 500 Exemplare limitierten „Big Bang Unico Italia Independent“ mit dem hauseigenen Chronographenkaliber „Unico“ herbeizuführen, waren mehr als hundert sehr detailliert dokumentierte Versuche erforderlich. Nur so konnte das geheim gehaltene Verfahren für die spätere Serienproduktion exakt nachvollzogen werden. Gleiches gilt logischer Weise für das Pendant in Grau.

Auf die Vorstellung in Basel folgte am  24. Juni 2015 in Paris das offizielle Lancement der beiden Sets, von denen jedes mit 23.900 Euro zu Buche schlägt. Vor Ort, konkret im Palais de Tokyo.

Und wiederum liess sich die deutsche und internationale Uhren-Journaille, die Uhren-Mischpoke (Mitglieder des Syndikats WWMG). PR-Schreiberlinge, die sich als Uhrenfachjournalisten feiern lassen, die aber jede Flatulenz ohne Hinterfragen veröffentlichen, vor den Hublot Karren spannen. Das Resultat: dämliche PR-Texte die 1:1 in allen Medien abgedruckt werden.

 

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.