Mittwoch , 13. Dezember 2017
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Zeitungsstaender mit Schweizer Zeitungen, aufgenommen am 31. Februar 2012 in St. Gallen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

MACH-Basic: «Blick», «Tages-Anzeiger» und «WOZ» verlieren Leser

Die grossen Print-Tageszeitungen haben weiterhin einen schweren Stand bei den Leserinnen und Lesern. Dennoch liefern die aktuellen Leserzahlen «keine rationale Erklärung» für die rückläufigen Werbeumsätze der Pressemedien, wie die Wemf AG für Medienforschung folgert. Denn 93 Prozent der Schweizer Bevölkerung lesen weiterhin regelmässig ein gedrucktes Medienprodukt, was einer Abnahme um einen Prozentpunkt entspricht. In dieses insgesamt «stabile Bild» fügen sich beispielsweise «20 Minuten», die «Aargauer Zeitung», das «St.Galler Tagblatt» oder auch die «Neue Zürcher Zeitung» ein, die alle ihre Reichweite in den letzten sechs Monaten mehr oder weniger halten konnten.

Ein weniger gutes Bild liefern hingegen die Ringier-Titel «Blick» und «Blick am Abend», deren Print-Ausgaben 43 000 (-8,5 Prozent) beziehungsweise 25 000 (-4,2 Prozent) Leserinnen und Leser verloren haben. Die Ringier-Ehre rettete die «Bilanz»: Nach dem Umstieg der Erscheinungsfrequenz von 14-täglich auf einmal monatlich ist das Wirtschaftsmagazin der einzige von der Wemf aufgeführte Titel, der seine Leserschaft «signifikant» steigern konnten (+21 Prozent).

Zu den grossen Verlierern des Halbjahres gehören weiter der «Tages-Anzeiger» (-7,5 Prozent), die «SonntagsZeitung» (-9,5 Prozent) und «Das Magazin» (-9,9 Prozent) und damit gleich drei Titel von Tamedia, die alle zusammengerechnet insgesamt 150 000 Leser und Leserinnen verloren haben.

Noch stärker betroffen von dem Leserrückgang sind mit dem «NZZ Folio» (-13,1 Prozent) und der «WOZ – Die Wochenzeitung» (-23,8 Prozent) zwei weitere, namhafte Publikationen, wie die Zahlen aus der aktuellen Erhebung MACH Basic 2017-2 zeigen.

Gegensteuer gibt dafür das «Tagblatt der Stadt Zürich»:

Das städtische Amtsblatt, an dem Tamedia zu 65 Prozent und Lokalinfo zu 35 Prozent beteiligt sind, hat um 8,6 Prozent zugelegt.

Total Audience: Kaum grosse Sprünge der Webangebote

Das Verhältnis der Printleser zu den Onlinenutzern printbasierter Medienmarken hat sich im letzten Halbjahr weitestgehend eingependelt: Auf zwei Printleser kommt durchschnittlich ein Onlinenutzer. Deutlich zugenommen hat der Digitalanteil lediglich beim «Blick», der damit den Leserverlust der gedruckten Zeitung kompensieren konnte.

Der «Blick» verdankt neu 58 Prozent seiner kombinierten Gesamtreichweite der Onlinenutzung. So erreichen die Boulevardzeitung «Blick» sowie die dazugehörigen Online-Angebote blick.ch und blickamabend.ch weiterhin 1,14 Millionen Leserinnen und Leser und damit gleich viel wie vor sechs Monaten, obwohl die Print-Leserschaft abgenommen hat.

Blick Online hat neu 747 000 Unique User, die das Webangebot nutzen (+37 000 Unique User). In der Deutschschweiz erreicht nur 20min.ch mehr Nutzerinnen und Nutzer, nämlich 943 000. National erreicht das Online-Angebot von «20 Minuten» 1,29 Millionen Nutzer (-28 000 Unique User).

Weniger grosse Sprünge im Online-Bereich machten das «St.Galler Tagblatt» (+14 000 Unique User), die AZ Medien mit dem Nordwestschweiz-Netz (+6000 Unique User) oder blickamabend.ch (+7000 Unique User).

Das Webangebot einiger Titel, darunter das der «Neue Zürcher Zeitung» (+2000 Unique User) oder der «Basler Zeitung» (-3000 Unique User), stagnierte im letzten Halbjahr mehr oder weniger, wie die aktuellen Zahlen aus der Total Audience 2017-2 zeigen.

Noch 248 000 Unique User und damit 10 000 weniger als vor sechs Monaten zählt der «Tages-Anzeiger», der folglich nicht nur als gedruckte Zeitung, sondern auch als Online-Publikation Leser verloren hat.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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