Sonntag , 19. November 2017
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Maurice Lacroix – DKSH „Luxury & Lifestyle Division“

Gestern hat uns ein Leserbrief per Email zum v.g. Thema erreicht, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Dies ist ein Beispiel von vielen Leserbriefen, die uns täglich erreichen und ähnlich abgefasst sind, ergo zahlt sich eine „ehrliche“ Berichterstattung im Sinne der Leser und Konsumenten, wie wir sie seit Jahrzehnten praktizieren langfristig aus.

Sehr geehrter Herr Nuber

Ich verfolge seit Jahren mit Interesse (und manchmal auch mit einem Grinsen auf dem Gesicht) ihre pointierten Beiträge zur Uhrenindustrie und deren Vertreter. Sie sind eine Bereicherung und differenzieren sich rühmlich von den speichelleckenden Fachjournalisten, die ihre Seele jeweils dem Meistbietenden verkaufen. 

Ich selbst bin seit über 20 Jahren in der Schweizer Uhrenindustrie tätig. Im internationalen Verkauf und Marketing. War auch in Geschäftsleitungs-Positionen tätig. Bei Gruppen wie Swatch oder auch DHSK. Da ich mich immer mehr auf meine Aufgabe als auf PR in eigener Sache fokussiert habe, bin ich nicht jedermann bekannt. Und das ist gut so. 

Sie haben kürzlich über den weiteren Fehlentscheid von Stéphane Waser bei Maurice Lacroix geschrieben. Ich teile ihre Einschätzung zu 100 %. Die wildeste Achterbahn bietet nicht so viele Kursänderungen, wie diese Marke in den letzten 20 – 25 Jahren durchgemacht hat. Waser reiht sich mit der neuen/alten Strategie in die lange Liste der Möchtgern-CEO’s, die sich über die Jahre bei ML abgelöst haben und die zwei Sachen gemeinsam hatten: 

a) Alle waren grosse Meister in Ankündigungen und Versprechen, die sich immer wieder in Luft aufgelöst haben. Aber auch er war einer der vielen im Orchester. 

b) Alle haben an den gleichen Dummkopf rapportiert: Gonpo Tsering. Wer ist das? Er ist seit vielen Jahren der selbstverliebte und kopflose Komponist, Dirigent & Regisseur der tragischen Oper „DKSH Luxury & Lifestyle“. Herr Tsering (seines Zeichens ein Buddy-Buddy des DKSH Konzernchefs Dr Wolle) hat es beim Going-Public von DKSH zu einem beachtlichen Vermögen gebracht. Von Marken- und Marktaufbau hat er jedoch keine Ahnung. Er hat, so denke ich, grundsätzlich keine Ahnung. So hat er über all die Jahre laufend ins operative Geschäft gegriffen (auch bei Davidoff, Glycine, Bovet usw.) und ist so maßgeblich an Untergang von ML und DKSH L&L beteiligt. Noch vor weniger als 12 Monaten hat Herr Tsering jedem der es hören und nicht hören wollte angekündigt, dass sich DKSH L&L zur vierten oder sogar dritten Kraft innerhalb der Schweizer Uhrenindustrie etablieren würde. Man muss auch innerhalb unserer Industrie lange suchen, um so viel Arroganz und Ignoranz in Personalunion zu finden. Dazu passt es, dass er als der Entscheid zum Verkauf der Division gefallen war, er allerlei geheimnisvoller Käufer präsentierte, die die Marken aus DKSH L&L übernehmen wollten. Was daraus geworden ist, sieht man. Die Müllhalde will sich niemand antun. Denn nebst den Problemen beim HQ drücken obsolete Lager auf allen Handels-Stufen und alle Märkte. Asien ist 2015 um über 70 % zusammengebrochen. USA, wo man sich 2013 & 2014 über ein starkes Wachstum freute, musste man nach dem Abgang des Geschäftsführers Hartmut Kraft (jetzt Kering USA) feststellen, dass es faktisch Wachstum auf Konsignation war, weil jeder Händler das volle Rückgaberecht schriftlich zugesichert bekam und keine Zahlung leisten musste (da fragt man sich einmal mehr, wo das Controlling geblieben ist). Auf jeden Fall spricht niemand mehr von Wachstum in den USA. Im grössten Markt Deutschland hat sich eine Gruppe von dümmlichen und arroganten Managern gebildet unter der Führung des Schönlings Bernd Sckell (seines Zeichens erfolgloser Zenith Manager während der Zeit von Thierry Nataf) und einem gewissen Marcus Wirth, der letztes Jahr allen ernstes den Vertretern der Inhorgenta sagte, dass wenn ML wieder Teil der Messe würde, es den gleichen Stellenwert hat, wie wenn Rolex an die Inhorgenta ausstellen würde . Dies nur ein paar Muster/Beispiele. 

Herr Tsering wurde im November ehrenvoll in den „wohlverdienten“ Ruhestand entlassen. Aber ich bin der Meinung, dass er einen Nachruf verdient hätte. Vom Mann, der keine Ahnung hatte und mit Managern die noch weniger Ahnung hatten über eine Industrie sinnierte, von der beide keine Ahnung hatten… 

Wahrscheinlich kannten Sie schon die ganzen Hintergründe und die Personen hinter der Bankrotterklärung von DKSH L&L. Und bitte haben Sie Verständnis, dass ich Ihnen meinen Namen nicht verrate. Ich bin nach wie vor in der Industrie tätig und habe vor, es auch weiterhin zu sein. 

 

Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und freundliche Grüsse

 

Jemand der Sie sehr schätzt!

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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