Donnerstag , 14. Dezember 2017
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Davide Traxler, COO Corum

Davide Traxler: Corum feiert „Renaissance der Bubble“

Davide Traxler ist seit Oktober 2015 im Amt als COO bei Corum in La Chaux-de-Fonds, die heute im Besitze der chinesischen in Hongkong an der Börse gelisteten CityChamp Watch & Jewellery Group ist. Zur CityChamp gehören Codex, Eterna, die Dreyfuss Group sowie die Eterna Movement Company. TICK-Talk wollte von Davide wissen wohin die Reise geht.

Vor zwei Monaten sprach ich mit Robert Dreyfuss über Eterna und er erwähnte, dass er maßgeblich an Deiner Einstellung bei Corum beteiligt war. Welchen Aufgabenbereich hat er Dir übertragen?

Robert ist ein außergewöhnlicher Unternehmer, Manager und Freund. Er ist die Art von Person, die sehr überzeugend ist. Er stellte mich der Citychamp Gruppe vor  und wir diskutierten gemeinsam die zu vereinbarenden Bedingungen. Die Geschwindigkeit, mit der Robert das Geschäft bei Eterna vorantrieb, ist außergewöhnlich. Ich bin nun in einer ähnlichen Situation wie Robert mit Eterna, ich muss die Marke Corum wieder profitabel machen.

Die Marke Corum ist mit Eterna nicht vergleichbar. Ich mag den Approach, dass Corum spezielle Uhren für besondere Menschen anbietet. Meine Mission ist, die Marke mit all dem Know how des Unternehmens in die Welt hinauszutragen. Ich liebe den Vergleich mit einem Glashaus, wo jeder raussehen und alle reinsehen können, also volle Transparenz für alle. Wir dürfen nicht vergessen, dass, La Chaux-de-Fonds, wo Corum schon immer domiziliert ist, das zweit wichtigste historische Uhrmacherzentren in der Schweiz ist, wo Lehrlinge von außerhalb der Stadt akzeptiert werden, dies drückt eine Kultur der Offenheit aus. Ich denke, diesen Ansatz sollten wir weiterentwickeln, indem auch wir uns von aussen inspirieren lassen sollten, wie dies mit dem Bridge-Konzept ursprünglich der Fall war.

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Das Bridge-Konzept, im Bild eine aktuelle Entwicklung von Vincent Calabrese, wird weitergeführt

Welche Ideen stehen hinter Ihrer Kollektion?

Was das Spannende an der Bubble-Kollektion ist, sie ist ein echter Hingucker. Dies wollen wir für die Zukunft nutzen und ausbauen, indem wir Partnerschaften mit Strassenkünstler, Rapper, DJ’s, Maler, etc. anstreben. So kommunzieren wir offen und weltweit –was wir momentan nicht tun – dass wir Uhren für die Anhänger dieser Personen unter Aufrechterhaltung von Exklusivität in begrenzter Stückzahl produzieren. Dies ist ein Konzept, das wir bereits in Basel im nächsten Jahr präsentieren werden.

Das Konzept des mechanischen Golden-Bridge-Uhrwerks, das auf das Jahr 1980 zurückgeht, ist Teil der DNA und das Erbe, das ich übernehme. Mit dem einzigartigen Stabwerk und seiner außergewöhnlichen Konstruktion wurde vor 30 Jahren ein neues Kapitel in der Geschichte der Uhrmacherkunst aufgeschlagen. Ich denke, es gibt viele Möglichkeiten, sich mit dem Thema des Bridge-Uhrwerks unter Einbezug unseres mikromechanischen Know-how‘s, zu beschäftigen, um neue Variationen rund um dieses Themenkreis zu entwickeln. Dies wird auch ein Thema sein, das wir in Basel im nächsten Jahr präsentieren werden.

 

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Renaissance der von Severin Wundermann ins Leben gerufenen Bubble

Wie sehen Sie die Integration der Marke innerhalb der Gruppe, im Vergleich zu, sagen wir, Eterna?

Ich denke, Eterna ist perfekt positioniert. Mit Corum haben wir eine Marke, deren Preislevel von 10.000 Schweizer Franken bis zu 250.000 Schweizer Franken geht. Ich denke, was Corum von anderen Marken unterscheidet ist nicht der Preis, sondern die Besonderheiten des Produkts. Alle Produkte sind in ihrer Art einzigartig und unverwechselbar, unabhängig von der Preisklasse.

Aber der Preis wird für den Kunden immer ein wichtiger Faktor bleiben?

Nein, das sehe ich völlig anders. Der Preis alleine wird es nie bleiben. Ich denke, es ist mehr der einzigartige Mix aus Design und Uhrmacher Know-how, der immer wichtiger wird.

Welche Synergien bestehen mit der in-house Eterna Movement Company?

Wir werden in einer Reihe von Produkten in-house movements verwenden und auch stärker kooperieren. Auch für die Brücke setzen wir auf langfristige Partnerschaft und ich bin fest überzeugt, dass dies nicht geändert werden sollte. Ich glaube an die langfristige Beziehungen.

Was ist Ihre Prognose für das nächste Jahr?

Bei der Admirals Cup Linie spielen Flaggen und Farben eine tragende Rolle
Bei der Admirals Cup Linie spielen Flaggen und Farben eine tragende Rolle

Wir haben drei starke Pfeiler für das nächste Jahr: Zum einen profitieren wir vom Image der Golden-Bridge, dies ist wirklich etwas Innovatives, sowie ein hervorstechenden Merkmale des Modells.

Zweitens mit der Bubble Linie sind wir offen für die Welt. Ich möchte eine Kollektion, die zugänglich ist und ein Element das Spaß macht. Manchmal kann die Industrie zu trocken und zu ernst sein. Die Bubble sorgt für Humor, für ein Augenzwinkern, ein Lächeln im Alltag.

Die Corum Admirals Cup Linie ist mit ihrem zwölfeckigen Gehäuse das unverkennbare Gesicht der Segeluhren. Die präzise und wasserdichte Uhr ist ein Klassiker. Hier wird in Zukunft alles über Fahnen und Farben passieren. Wir haben also ideale Voraussetzungen für eine Repositionierung von Corum und zwar dorthin wo sie einmal war, wo sie der Visionär Severin Wundermann sah.

Ich bin ein völliger Optimist, das hat mich immer weiter gebracht.

Über Corum
Die Firma Corum wurde im Jahre 1955 durch Uhrmacher Gaston Ries und seinen Neffen René Bannwart gegründet. Durch ihre Kenntnisse eines Uhrmachers und eines kreativen Designers konnten sie schon früh exzellente Werke herstellen und sich damit bereits ein Jahr nach der Firmengründung einige Erfolge sichern.

Severin Wundermann
Severin Wundermann, Corum Patron und Vater der „Bubble“ Linie

Im Mittelpunkt stand in den Anfangsjahren die Uhr “Admiral’s Cup”, deren Ziffern durch die Farbkombinationen des internationalen Flaggen-Alphabets dargestellt wurden. Dieses nach der englischen / irischen Segelregatta benannten Vorzeigemodels der Kollektion der “Meister der Uhrmacher” war so erfolgreich, das es immer wieder modernisiert und neu aufgelegt wurde.

Sein Können bewies Corum auch durch die Produktion vieler, ausgefallener Designeruhren der Reihe “Golden Bridge”, welche sich durch ein Stabwerk mit Saphirgehäuse, sowie zahlreichen, einfallsreichen Komplikationen auszeichnen.

Durch den Einfluß von Severin Wundermann, welcher das Unternehmen 2000 übernahm und lizenzierter Produzent der Gucci-Uhren war, wurde die komplette Kollektion überarbeitet und um eine große Anzahl von Modellen erweitert. Wundermann war auch Vater der Bubble Uhren. Dadurch hat die Marke ein neues, frecheres und unkonventionelleres Gesicht bekommen.

Heutzutage findet man auf jeder Uhrenmesse ein neues Modell aus dem Hause Corum.

 

 

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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