Dienstag , 16. Januar 2018
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Der Lamborghini Urus ist ein Meilenstein in der Geschichte des italienischen Automobilherstellers. Die Erwartungen sind hoch: Der SUV soll die Verkaufszahlen verdoppeln.

Neuer „Rambo-Lambo“ Urus feiert Weltpremiere in Sant’Agata Bolognese

Lamborghini baut nach dem charismatischen Ur-Viech LM002, das von 1986 bis 1993 in einer Stückzahl von 301 Autos weltweit produziert wurde, wieder einen Geländewagen. Das  Super Sport Utility Vehicle „Urus“ bietet Platz für bis zu fünf Passagiere und rennt dank 650 PS in der Spitze 305 km/h.

Mit dem Urus hat Lamborghini seine dritte Modellreihe vorgestellt. Der Urus verfügt über einen 4,0-Liter-V8-Biturbo-Motor mit 650 PS, das Drehmoment beträgt 850 Newtonmeter. Damit beschleunigt der nach einem Auerochsen – einem Vorfahren des Stiers – benannte Super Sport Utility Vehicle in nur 3,6 Sekunden auf Tempo 100. Nach 12,8 Sekunden fällt die 200-km/h-Marke, mit 305 Spitze ist er der schnellste SUV auf dem Markt.

Mit dem neuen Urus brechen die Italiener die Saugmotor-Tradition. Man rechtfertigt es mit den Fahrwerten. 0 – 100 km/h: 3,6 Sekunden. So schnell sind auch der heckgetriebene Huracán Spyder, Mercedes-AMG GT R und das Mercedes-AMG E 63 T-Modell. 0 – 200-km/h: 12,8 Sekunden. Topspeed: 305 km/h. Der Urus ist der schnellste SUV der Welt. Ein Bentley Bentayga erreicht 301 km/h, ein Porsche Cayenne Turbo 286 km/h und ein Range Rover Sport SVR 280 Sachen.

Einen Lamborghini mit dem Motor vor der Fahrerkabine gab es zuletzt im LM002, der gleichzeitig Lambos letztes Auto mit mehr als zwei Sitzen war. Ein Koloss (4.900 x 2.000 x 1.850 Millimeter), dessen Urversion Cheetah das US-amerikanische Militär hätten beglücken sollen, technisch aber durchfiel.

Ich bin ein grosser Fan: Der brachiale Lamborghini SUV LM002 mit V-12-Motor und 455 PS wurde von 1986 bis 1993 produziert. Fast Neuwertige Exemplare mit leichter Patina haben aber ihren Preis: 400’000 Euro aufwärts

Der knapp 2,2 Tonnen schwere Urus teilt sich die Plattform mit dem Audi Q7 und dem Bentley Bentayga, ist aber deutlich leichter. Die Gewichtsreduktion haben die Italiener durch einen Materialmix aus höchst- und hochfesten Stählen, Karbon und Alu erreicht. Ein weiterer Effekt dieses gezielten Einsatzes von Werkstoffen ist eine hohe Torsionssteifigkeit der Karosserie.

Der Urus ist 5,11 Meter lang, 2,02 Meter breit und 1,64 Meter hoch. Lamborghini hat seinem jüngsten Spross im Stall aber viel Technik mitgegeben, damit er nicht nur geradeaus schnell ist. Dazu gehören adaptive

Luftfederung und aktive Wankstabilisierung, permanenter Allradantrieb mit Torque Vectoring, Allradlenkung und bis zu sechs Fahrmodi – je nachdem, obs auf die Rennstrecke oder ins Gelände geht..

Lamborghini steckte viel Geld in das Urus-Projekt. Die Italiener bauten eine neue Produktionsanlage und Lackiererei in Sant’Agata Bolognese und heuerten neue Ingenieure an. 2015 schickte man die ersten Prototypen auf Testfahrt. Mehr als 50 Testträger tourten bei Kälte-, Hitze- und Performance-Tests mehr als zwei Jahre lang in Europa, Afrika, im Nahen Osten und in den USA. Sie schrubbten zusammen mehr als eine Million Testkilometer. Hätte Lamborghini nur einen Urus auf Probefahrt geschickt, wäre der umgerechnet für die gleiche Distanz mehr als 100 Jahre unterwegs gewesen, rechnet der italienische Sportwagenhersteller vor.

In der Schweiz ist der Urus voraussichtlich ab Juli 2018 erhältlich. Die Preise beginnen bei rund 215’000 Franken (171’429 Euro ohne Steuern).

Das Video, für diejenigen, die die Weltpremiere am 4.12.2017 versäumt haben.

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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