Dienstag , 25. April 2017
Home / Menschen / Nick Hayek pöbelt gegen François Hollande
Nick Hayek liebt Uhren und Zigarren. Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Nick Hayek pöbelt gegen François Hollande

Die Politik des französischen Präsidenten sei kaum Auszuhalten, findet Swatch-Chef Nick Hayek auf der Bilanz Pressekonferenz – allerhöchstens mit viel Rotwein.

Nick Hayek hat das Jahr 2016 für die Swatch-Firmengruppe –  trotz des schwierigen Marktumfelds – gut begonnen. In den allermeisten Verkaufsregionen seien die Absatzzahlen konstant, man verkaufe nach wie vor viele Uhren, sagte der Swatch-Chef an der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. 2015 waren Umsatz und Gewinn von Swatch wegen des starken Schweizer Frankens eher enttäuschend ausgefallen – für Hayek ein Grund zu kämpfen.

Natürlich gebe es in gewissen Märkten derzeit Probleme, was den Absatz seiner Produkte anbelange, gestand Hayek dann trotzdem ein. So würden die Franzosen allgemein wenig konsumieren – und leider auch nicht soviele Swatch-Uhren kaufen. Für den Uhrenpatron ist das aber völlig unverständlich. „Wenn ich Herrn Hollande als Präsidenten hätte, würde ich auch weniger konsumieren, höchstens mehr Rotwein, das ist das Einzige, was hilft“, pöbelt Hayek wie ein pupertierender Jüngling über die Politik des französischen Staatsoberhauptes. Ein völliges no go für einen Schweizerischen Wirtschaftsführer mit dem Namen Hayek.

Optimistisch gab sich Hayek an der Pressekonferenz in Bezug auf die neue Sonnenbrillen-Kollektion seines Konzerns. Die Brillen seien ein lustiges Produkt und passten gut zur Marke Swatch. Ihm selbst stünden sie wohl eher weniger, gab er zu: «Ein paar Leute haben gesagt, ich sähe mit einer solchen Brille noch bescheuerter aus als vorher.»

Swatch-Sonnenbrillen gab es bereits einmal. In den späten 1980er-Jahren hatten sie kurz Hochkonjunktur, verschwanden aber bald wieder vom Markt. Zu schlecht verkauften sie sich damals. Hayek ist überzeugt, dass es dieses Mal klappt. «In den 1980ern hatten wir zu wenig eigene Läden und ein zu kleines Distributionsnetzwerk», so der CEO. Diese Probleme seien heute gelöst, weshalb Swatch mit den Brillen schon bald bis zu 40 Millionen Franken Umsatz erwirtschaften werde.

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

Schreibe einen Kommentar