Dienstag , 25. April 2017
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(vlnr) Die beiden Österreicher Ingo Strolz, Pilot und Werner Gassner, Co-Pilot

Höllenritt: Peking – Paris 2016

945x250_cropDie „6. Peking to Paris Motor Challenge 2016“ startete am Sonntag den 12. Juni bei der Chinesischen Mauer außerhalb Pekings, und endet 35 Tage später in Paris, am Place Vendôme, am Sonntag, den 17. Juli 2016.

Die Peking Paris Rallye fand zuletzt in den Jahren 1997, 2007, 2010 und 2013 statt und erstreckt sich 2016 auf einer Gesamtlänge von 13.695 Kilometern. Damit ist die Strecke noch einmal rund 1.500 Kilometer länger als 2013.

Die Rallye führt quer durch den asiatischen und europäischen Kontinent – durch China, die Mongolei, Russland, Weißrussland, Polen, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien, die Schweiz, Frankreich und endet schließlich in Paris.

Die Routenplanung bietet einige der härtesten Terrains und ein anspruchsvolles einzuhaltendes Zeitmanagement. Sie beinhaltet u. a. abenteuerliche Abschnitte, wie etwa in der nördlichen Mongolei oder aufregende Bergstrecken in den Alpen. Eine Strecke ohne Kompromisse, mit teilweise sehr langen und anstrengenden Etappen. Ein echtes Abenteuer und eine echte Herausforderung.

Wie bereits 2013 gingen die beiden Österreicher Ingo Strolz und Werner Gassner mit ihrem American La France Tourer Speedster an den Start. Mit beinahe 100 Jahren (Baujahr 1917) ist der Oldtimer das zweitälteste Fahrzeug im Starterfeld und trägt daher die Nummer 2. Im Vorfeld der Rallye investierten Strolz und Gassner hunderte Arbeitsstunden, um ihren Reihensechszylinder mit rund vier Tonnen, einem gigantischen Hubraum von 14,5 Litern, 140 Pferdestärken und einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h erneut auf Vordermann zu bringen. Dabei galt es nicht nur die unzähligen Schäden von der letzten Peking-Paris Rallye zu beheben, sondern auch das bei dieser Rallye erworbene Know-how mit einfließen zu lassen. Mit einem gewissen Wissensvorsprung und bestmöglicher Vorbereitung gingen Strolz und Gassner in die Peking – Paris Rallye 2016.

„Wir haben uns mehr als zwei Jahre auf das Rennen vorbereitet“, sagten die Ostschweizer Rallye Teilnehmer Peter Weigelt, alt-FDP-Nationalrat, und Beat Hirs, Gemeindepräsident Rorschacherberg. „Den Wagenheber auspacken und unters Auto kriechen: Das ist bei uns zur Routine geworden“, meldeten die beiden Abenteurer. „Beide hinteren Stossdämpfer unseres Ford Mustang Fastback waren abgerissen“. Und das im Niemandsland, mit Mühe und Not lenkten die beiden das Auto ins nächste Dorf, wo ihnen ein Mongole behelfsmässig wie neue Halterungen zusammenschweisste.

Weniger Glück hatten andere Rallye-Teilnehmer. „In der Mongolei fing der Rolls Royce Phantome II von malysischen Teilnehmern Feuer und brannte und brannte komplett aus“, hielten Weigelt und Hirs in ihrem Blog fest.

Die 120 Teilnehmer der Peking Paris Rallye 2016 müssen Zelte, Schlafsäcke, alle Ersatzteile (auch Ersatzreifen) im Auto selbst mittransportieren. Auch die Optik der Fahrzeuge spielt eine Rolle. So sollen die Oldtimer entsprechend ihrer Entstehungsperiode aussehen, um den Spirit der Rallye widerzuspiegeln.

Organisiert wird das Event von der Endurance Rally Association (ERA). Längst genießt das legendäre Rennen Kultstatus bei allen Automobil-Fans.

Den Siegern winkt auch heute noch eine Magnumflasche Champagner. Auf der Strecke werden diverse Prüfungen abgelegt. Zusatzpunkte gibt es auf Rennstrecken und auf Rundkursen.

In drei Tagen, am 17. Juli 2016 werden die Fahrzeuge in Paris erwartetet und am Place Vendome bejubelt. Gemäss Tracking hat der Pulk soeben St. Moritz in der Schweiz passiert.

 

Nachtrag: Ich habe in meinem Leben schon einige Rallyes hinter mir, Best of the Alps, den Cuervo y Sobrinos Cup, mehrmals die Mille Miglia, um nur einige zu nennen, die ich mit einem Jaguar MK2 3.8 l, einem Jaguar Mark VII, einem Jaguar XK 150 S, einem Bristol 404,  und einem Aston Martin DB 2/4 fahren durfte. Zwei Träume möchte ich mir noch – bevor ich mich für immer verabschiede – erfüllen, die Peking Paris Rallye und die Seidenstrasse Rallye!

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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