Sonntag , 23. September 2018
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Rassismus-Eklat: H&M-Model ist "coolster Affe"

Rassismus-Eklat: H&M-Model ist „coolster Affe“

Farbiger Junge hält für Hoodie mit diskriminierender Aufschrift her

Das schwedische Textilhandels­unternehmen H&M http://hm.com hat in seinem britischen Online-Shop mit einem afroamerikanischem Kindermodel, das einen Hoodie mit der übersetzen Aufschrift „Coolster Affe im Dschungel“ trägt, für Wirbel gesorgt. Weltweit gehen Konsumenten auf die Barrikaden.

Diskriminierungsvorwürfe

Kurz nachdem User den Hoodie im britischen H&M-Shop bemerkten, hagelte es zahlreiche Beschwerden via Social Media über das Zusammenspiel von der Aufschrift des grünen Kleidungsstückes mit der Wahl des Kindermodels. „Könnt ihr bitte mal erklären, warum ausgerechnet ein farbiges Kind ausgesucht wurde, um für den Hoodie zu modeln?“, fragen zahlreiche User das Unternehmen auf Twitter.

„Ihr kennt doch die Hintergründe von Rassismus. Der Ausdruck ‚Affe‘ wurde oft genutzt, um Menschen afrikanischer Abstammung zu diskriminieren… und ihr veröffentlicht so etwas auf eurer Website“, kommentiert ein weiterer Nutzer. „Habt ihr Euren Verstand verloren?!“, wundert sich ein anderer. Der in der Kritik stehende Hoodie ist ausschließlich im britischen Online-Shop des Textilunternehmens zu finden. Viele User suchten bereits auf ihren regionalen Internetseiten und wurden deshalb nicht fündig. Inzwischen hat H&M das Bild mit dem Jungen durch eines, das nur den Hoodie zeigt, ersetzt.

Nichts Neues in der Branche

Einige Nutzer, die sich im Internet über H&M beschwert haben, bemerken zudem, dass große Modefirmen immer öfter mit Diskriminierungen werben. „Mal wieder beiläufiger Rassismus von H&M. Das ist ja nichts Neues, wenn es um Modemarken wie Abercrombie oder Tommy Hilfiger geht, die eine lange Historie von Produkten haben, über die rassistische Mitteilungen transportiert wurden“, so eine Twitter-Nutzerin. So sorgte unlängst auch das Prada-Frauen-Mode-Label Miu Miu http://miumiu.com  für Unmut, nachdem es ein teures Outfit mit Judenstern in den Verkauf.

 

UPDATE 10.01.2018

P. Diddy bietet dem H&M-Buben Millionen-Deal an

Die H&M-Kampagne um den schwarzen Buben im «Affen»-Pullover empörte. Jetzt winkt dem Kindermodel ein lukratives Angebot.

«Coolster Affe im Dschungel» stand auf dem Pullover des schwarzen Buben, den der schwedische Modegigant H&M für seine Kinder-Kampagne wählte. Es folgte ein Shitstorm wegen Rassismus, woraufhin das Label die Werbung von seiner britischen Website entfernte und sich entschuldigte. Sänger The Weeknd, das Werbegesicht von H&M, beendete sofort seine Zusammenarbeit mit der

Nun bekommt das Kindermodel ein Angebot von prominenter Seite, wie das Portal Hiphopoverload.com berichtet. Demnach hat US-Rapper und Unternehmer Sean Combs alias P. Diddy dem Jungen einen Werbevertrag von über einer Million Dollar vorgeschlagen. Combs besitzt eine eigene Modemarke.

Krone und Respekt

Dass er ein grosser Fan des Kleinen ist, hat er auf seinem Instagram-Account öffentlich gemacht, wo er ein Gemälde des Buben postete. Es zeigt ihn mit Krone, und auf seinem grünen Pullover steht neu «Coolster König der Welt». In dem Post forderte Combs ausserdem Respekt ein.

Ob der Bub von dem Millionen-Angebot überhaupt schon weiss oder ob er beziehungsweise seine Eltern es angenommen haben, ist nicht bekannt.

In den vergangenen Jahren hatten Konzerne mehrfach Werbeskandale ausgelöst: 2014 musste das Modelabel Zara einen gestreiften Schlafanzug mit gelbem Stern zurückziehen, der an die Kleidung jüdischer Häftlinge in NS-Konzentrationslagern erinnerte. Im vergangenen Oktober sah sich die Pflegeprodukte-Marke Dove zu einer Entschuldigung veranlasst, nachdem in einer Werbung ein farbiges Model nach dem Wechsel seines Tops in ein weisses mutiert war.

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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