Sonntag , 19. November 2017
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Roger Dubuis, Black-Velvet, Carbon mit Paraiba Turmalinen aus Brasiien

Roger Dubuis setzt auf Paraiba Turmaline

Roger Dubuis zeigte am SIHH 2016 in der Velvet Kollektion die Black Velvet, eine Ladies-Watch in Karbon-Gehäuse mit Paraiba Turmalinen auf der Lünette. Die Uhr ist mir sofort aufgefallen, weil ich selbst in der Paraiba-weißeinzigen Mine in Minas Gerais war, in der die schönsten Paraiba Turmaline gewonnen werden. Die Mine befindet sich im Bundestaat Paraiba im Nordosten von Brasilien. Zuerst wurden Paraiba Turmaline nur in dem kleinen, entlegenen Dorf Sao José da Batalha im Bundesstaat Paraiba im Nordosten von Brasilien gefunden. Dieser ursprüngliche Fundort hat aber in den 3 letzten Jahren anscheinend nur ca. 10’000 ct produziert (wohingegen die Diamantenproduktion weltweit im gleichen Zeitraum ca. 465,000,000 ct betrug). In der neueren Zeit scheinen im Bundesstaat Paraiba zwar noch weitere Minen Paraiba-Turmaline zu fördern, aber auch nur in sehr geringen Mengen und unregelmässig. Heute sind alle Minen in Brasilien komplett ausgebeutet und geschlossen. Die letzte Mine, die noch Paraiba Turmaline hatte, die Aricanda Mine, in der ich auch war, wurde vom Staat geschlossen, da die beiden Inhaber, ein Brasilianer und ein Deutscher, sich mit der Farbedelstein Mafia angelegt hatten und sofort liquidiert wurden.

Brazilian-Tourmaline-DEIn Teofilo Otoni ist der Handelsplatz für Paraiba Turmaline. Teófilo Otoni ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Auch Governador Valadares ist bekannt für Paraibas. Dort hat die Polizei nun eine mutmaßliche Edelstein-Mafia aufgedeckt, die den Turmalin illegal abgebaut und in verschiedene Länder verkauft haben soll. Die acht Mitglieder der Bande sollen dabei umgerechnet etwa 800 Millionen Euro erzielt haben. Um mit ihm schnell zu Geld zu gelangen, hatte die Bande ein komplexes System ausgeklügelt, zu dem ein Netz von Unternehmen zählte. So ist er von einer Firma ohne Genehmigung in einer Mine im namensgebenden Bundestaat Paraíba abgebaut worden. Um seine Herkunft zu verschleiern, ist er daraufhin zu einer Mine im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte gebracht worden, wo er gefälschte Zertifikate erhielt. Von dort aus gelangte er nach Minas Gerais, um geschliffen zu werden. Auf diese Art veredelt brachten Händler ihn wiederum nach São Paulo oder ins Ausland. Das Potential der illegal ausgebeuteten Mine wird indes auf über 300 Milliarden Euro geschätzt. Die Untersuchung des illegalen Bergbaus hat bereits 2009 begonnen, wie die Bundespolizei bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben hat. Verwickelt sein soll in den Skandal ebenso ein Landtagsabgeordneter, dem eine der mutmaßlich beteiligten Firmen gehören soll. Verhaftet wurden bei der Operation, die gleichzeitig in mehreren Städten stattgefunden hat, sieben von acht Verdächtigen. Beschlagnahmt wurden dabei ebenso Luxuswagen, ein paar der edlen Steine und Bargeld.

Zur Zeit sind so gut wie keine Brasilianischen Paraibas auf dem Markt, denn sie liegen in Tresoren und die Besitzer warten, dass der Wert die Paraibas steigen werden.

Der Paraíba Turmalin ist einer der wertvollsten Edelsteine der Welt. Die gesuchtesten Paraibafarben werden als neon, „electric“, fluoreszent bezeichnet und zeigen ein „Feuer“, das auch bei spärlicher Beleuchtung geheimnisvoll leuchtet. Diese leuchtenden Paraiba Turmaline sind deshalb Edelsteine, die hervorragend dazu geeignet sind, die Schönheit und das Geheimnisvolle einer Frau auch am Abend und in der Nacht zu unterstreichen. Feine brasilianische Steine kosten im Moment je nach Größe zwischen 30.000 US$ bis 800.000 US$.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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