Mittwoch , 20. September 2017
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George Bamford macht aus Uhrenklassiker unverwechselbare Unikate hier eine TOURBILLON gebrandete Rolex Submariner

Rolex will nicht mehr gepimpt werden

George Bamford veredelt seit 2003 mit seinem Bamford Watch Department in London Uhrenklassiker der Marke Rolex  zu unverwechselbaren Unikaten für seine Kunden und erhielt nun von Rolex einen blauen Brief von den Rolex Rechtsanwälten. Auch die ehemaligen Konkurrenten Blaken und Pro Hunter werden unangenehme Post von Rolex erhalten. 

Die LVMH Uhrensparte mit den Marken Zenith, Hublot, TAG Heuer und Bvlgari – respektive Jean-Claude Biver – bekam davon Wind – Jean-Frederic Dufour, aktueller Rolex CEO ist ein „Biver-Boy“ – und verpflichtete Bamford sofort zukünftig offiziell mit Unterstützung eines kompletten Uhrmacher-Teams zum „pimpen“ ihrer Zenith und Bvlgari Uhren. Bamfords Spezialität liegt darin, die Stahlgehäuse der ihm von Kundenseite anvertrauten Ikonen mit einer kratzfesten schwarzen Beschichtung zu überziehen und sie mit individualisierten Zifferblätter zu versehen. Auf diesen prangt dann neben dem Logo der Marke stolz der Schriftzug Bamford.

Seit Ende Juni ist George Bamford damit offiziell der „Pimp“ von Zenith und Bvlgari, weitere Marken der LVMH Sparte werden folgen.

George Bamford, offizieller „Pimp“ von Zenith und Bvlgari in seinem Landgut, Cotswolds farmhouse, leidenschaftlicher Sammler von Ferraris und weiteren Edelautomobilen wie Bentley, Rolls Royce, Aston Martin ….

Es stellt sich jedoch die Frage, wer lässt sich schon eine normale Zenith oder Bvlgari pimpen? Die beiden erwähnten Marken haben nicht den Stellenwert, die Strahlkraft Du Sexiness einer Rolex und kommen auch nicht annähernd an das Image einer Rolex heran. „Wer mit 50 keine Rolex hat“, sagt in einem prägnanten Satz der französische Starwerber Jacques Séguéla, „hat es in seinem Leben zu nichts gebracht.“ „Rolex“, so ergänzt Cello Duff vom Markenberater Interbrand, sei „das Flaggschiff der Branche, der Rolls-Royce unter den Uhrenmarken“. Interbrand taxiert Rolex im Markenwert-Rating seit Jahren als „wertvollste Uhrenmarke der Schweiz“. Rolex ist auch weltweit das bekannteste Statussymbol.

Mehr darüber über die wirklichen Hintergründe in der nächsten TOURBILLON Print Ausgabe T50/T51. Diese Geschichte hat jedoch nichts mit der vom Jean-Claude Biver nahestehenden Autor Timm Delfs in der NZZ Bellevue verfassten Artikel zu tun, der natürlich – wie kann es schon anders sein – „Biverfreundlich“ verfasst und damit das Thema völlig verfälscht wurde. Nicht jeder ausgebildete Lehrer ist auch ein guter Journalist. Meistens reicht’s nur dafür, PR-Meldungen umzuschreiben. Und vor allem fehlt dem Autor die Erfahrung und das richtige Network, über 40 Jahre nachhaltige Marktkenntnisse kann man sich nicht innert ein paar Jahren als Freizeit-Schreiberling erwerben. Aber für die NZZ reicht so eine Performance – so ein Leistungsausweis – alleweil, denn die NZZ bezahlt unter dem Durchschnitt liegende Abdruckhonorare.
Zudem ist der Autor Timm Delfs auch Uhrenfachhändler eines Uhrenfachgeschäfts in Basel. Und wie es der Zufall will, werden in der NZZ Bellevue über die Produkte publiziert, die er auch vertritt. „Zufälle gibt es nicht“, sagte mein Philosophie-Professor. Wie recht er damit hatte!

Dies sind eine der letzten Bamford Rolex Unikate. Greifen Sie zu!

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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