Freitag , 23. Juni 2017
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Schlappe für Hayek: Weko lässt die Swatch Group erneut abblitzen

Die Swatch Group ist an die Wettbewerbsbehörden gelangt, weil sie – anders als vereinbart – wieder mehr Uhrwerke an die Konkurrenz liefern will. Die Weko hält nun aber an ihrem ursprünglichen Entscheid fest.

Swatch Antrag: selbstauferlegte Restriktion lockern

Vor vier Monaten war die Swatch Group an die Wettbewerbskommission (Weko) gelangt mit einem Gesuch, künftig wieder mehr mechanische Uhrwerke an die Konkurrenz zu verkaufen. Die Behörde wurde gebeten, eine in diesem Zusammenhang beschlossene einvernehmliche Regelung aus dem Jahr 2013 zu lockern.

Am Donnerstag hat die Weko nun aber entschieden, an der bisherigen Vereinbarung festzuhalten. Diese sieht vor, dass die Swatch-Tochter ETA ihre Lieferungen an Dritte bis 2019 schrittweise reduziert und so auf branchenverträgliche Art und Weise ihre Monopolstellung auf dem Markt für mechanische Uhrwerke loswird.

Swatch will nicht für alle produzieren

Die Swatch Group hatte dies selber angestrebt, weil sie nicht länger ein «Supermarkt» für mechanische Uhrwerke sein wollte. Nun aber, da die Uhrenkonjunktur harzt und die Kunden ihre maximal möglichen Bestellmengen längst nicht mehr ausreizen, scheinen die vorübergehenden Verkaufsbeschränkungen zu stören.

Swatch beantragte, die nicht bezogenen Mengen – die Rede ist von 900’000 Werken – anderen Drittkunden anbieten zu dürfen. Dies hätte jedoch die Konkurrenz erst recht geschadet, denn auch sie leidet unter der schwachen Nachfrage.

Noch nicht das letzte Wort

Der Weko-Entscheid dürfte viele in der Uhrenbranche aufatmen lassen. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen, denn der Entscheid kann ans Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden. In einer Mitteilung hat die Swatch Group zudem angedroht, «massive Preiserhöhungen ins Auge fassen zu müssen, … um die anfallenden Mehrkosten aufgrund der erzwungenen Lieferbereitschaft decken zu können». Sollte diese Drohung in die Tat umgesetzt werden, dürfte dem Konzern jedoch neuer Ärger vonseiten der Weko drohen.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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