Montag , 21. August 2017
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Bundesrat Johann Schneider-Ammann, links, und Yu Jianhua, rechts, Botschafter Chinas bei der Welthandelsorganisation WTO, rechts, reichen sich die Haende, anlaesslich eines Festakts zum Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen Schweiz und China, am Dienstag, 1. Juli 2014, im Rheinhafen in Basel. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Schweizer Uhrenfirmen profitieren vom China-Deal

Das Freihandelsabkommen mit China ist eine Goldgrube für die Schweizer Uhrenindustrie. Seit dem Inkrafttreten sparen Uhrenfirmen 27 Millionen Schweizer Franken an Zöllen.

Obwohl das Freihandelsabkommen in Kraft getreten ist, ist die Bürokratie immer noch hoch und die Kontrollen an der Grenze weiterhin streng. Jedoch – alleine im ersten Jahr nach Inkrafttreten des Abkommens konnten die Uhrenfirmen bis zu 27 Millionen Schweizer Franken an chinesischen Zöllen sparen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Die Ergebnisse beruhen auf einer Auswertung der Zolldaten.

Als Vorzeigebeispiel für die Attraktivität des Freihandelsabkommens nennt die Studie eine Uhrenfirma, die Dank des Freihandelsabkommens allein im ersten Jahr 4,7 Millionen Franken an Zöllen eingespart hat. Behalte das Unternehmen die erfolgreiche Praxis bei, werde es dank schrittweisem Zollabbau in den nächsten zehn Jahren Einsparungen von insgesamt über 100 Millionen Franken erzielen. Trotz dieser positiven Resultate besteht noch Luft nach oben: Immer noch würden jährlich etwa 23 Millionen Franken an Zollabgaben bezahlt, heisst es in der Studie.

Zuletzt hatten sich mehrere Schweizer Exporteure kritisch über das Freihandelsabkommen mit China geäussert, weil der bürokratische Aufwand für die Zollvergünstigungen enorm hoch ist. Rund zwei Drittel der exportierenden Firmen verzichten daher darauf, das Abkommen anzuwenden und die vorgesehenen Zollvorteile wahrzunehmen, hält eine Studie der Handelskammer Schweiz-China fest. So hiess es beim Confiseur Läderach, die Zollvorteile würden durch die Schikanen der chinesischen Behörden zunichtegemacht. Und der Werkzeughersteller Fraisa beklagte, es sei dem Zufall überlassen, ob Zöllner zollbegünstigte Warensendungen akzeptierten oder nicht.

Die Probleme im Handel zwischen China und der Schweiz seien erheblich, sagte der China-Experte Stephan Ohen kürzlich zu 20 Minuten. «Das hat aber nichts mit dem Freihandelsabkommen zu tun, sondern damit, dass die administrativen Abläufe in China anders sind als in der Schweiz.» Das Freihandelsabkommen reduziere erfolgreich Zölle. Der Handelsdeal beseitigt laut Ohnen keine administrativen Barrieren innerhalb Chinas. Und das sei auch nie die Absicht der Chinesen gewesen. (SDA)

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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