Samstag , 21. September 2019
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Die neue Christopher Ward C1 Grand Malvern Worldtimer

Schwer Verliebt: C1 Grand Malvern Worldtimer

Christopher Ward ist auf der Uhrmacherbühne zwar kein Unbekannter mehr, aber noch weit davon entfernt, ein ganz großer Player zu sein. Der Weg dorthin könnte der 2004 gegründeten, britischen Marke durchaus offenstehen.

Alles begann mit der Erkenntnis, dass zahlreiche etablierte Marken ihre Uhren aus den immer gleichen, zugekauften Werken zusammensetzten und fantastische Margen beim Verkauf erzielten. So startete Christopher Ward mit dem markanten Grundsatz die „billigsten teuersten Uhren der Welt“ anzubieten. Doch die Marke wäre nur eine unter vielen, wenn es bei diesem vagen Versprechen von bezahlbarem Luxus bliebe.

Mein Favorit, der Worldtimer C9, mit einem Fenster bei „12Uhr“ für die Flughafen-Destinationen – im Bild Rio de Janeiro  – und mit einer sehr interessanten anfänglich gewöhnungsbedürftigen 24-Stunden-Anzeige mit Tag-und Nacht-Indikation. Neben der Rolex GMT Master II meines verstorbenen Schwiegervaters trage ich die Christopher Ward, die ich mit einem dunkelblauen Krokoband mit roten Ziernähten und rotem Unterleder von May Twenty aufgepimpt habe. Das Band steht der Uhr besser als das von Christopher Ward Original ausgelieferte.

Durch den Erfolg, den die zunächst mit zugekauften Werken versehenen, dafür aber zu attraktiven Preisen angebotenen Kollektionen brachten, ging man entschieden den nächsten Schritt: 2014 gelang es Christopher Ward, durch die Übernahme der Schweizer Firma Synergies Horlogères (die Uhren waren schon immer „Swiss Made“, trotz des englischen Firmensitzes), das erste Manufakturwerk zu präsentieren. Dieses Werk, SH 21, findet zunehmend seinen Weg in die von Motorsport, Luftfahrt oder eben schlichter Eleganz geprägten Kollektionen. Dabei begeistert es dank zwei Federhäusern mit fünf Tagen Gangreserve und ist sowohl mit Handaufzug als auch als Automatikversion zu haben.

Wer eine Christopher Ward mit einer Version des SH 21 Manufaktur Kaliber sein Eigen nennen möchte, muss je nach Modell mit um die 2.000 € rechnen.

Aber auch für ca. die Hälfte dieser Summe bietet Christopher Ward interessante Zeitmesser wie die erst kürzlich lancierte  C1 Grand Malvern Worldtimer, die auf modifizierte Basiswerke zurückgreift.

Das dritte von Christopher Wards JJ-Kalibern – eine Serie, die einzigartigen internen Modifikationen vieler bereits vorhandener Uhrwerke gewidmet ist – basiert auf dem ETA 2893, dem branchenüblichen automatischen GMT-Kaliber.

Mein Favorit, der Worldtimer C9, mit einem Fenster bei „12Uhr“ für die Flughafen-Destinationen – im Bild London – und mit einer sehr interessanten anfänglich gewöhnungsbedürftigen 24-Stunden-Anzeige mit Tag-und Nacht-Indikation. Die Uhr wird mit Original mit einem Dunkelblauen Krokoband von Christopher Ward ausgeliefert.

Während in der vorherigen Ausführung des JJ03 im C9 Worldtimer das ETA Kaliber 2893 so umgerüstet wurde, dass er als zweite Zeitzone Flughafenziele enthält und über einen autonomen Stundenzeiger verfügt, der 24 Stunden benötigt, um seine Revolution zu vollenden, bietet die neue Ausführung des JJ03 einen einfacheren Ansatz. Zurück zum 12-Stunden-Anzeige wird auch eine sich bewegende 24-Stunden-Disc angesteuert, die in Verbindung mit den umliegenden internationalen Städten gelesen wird. Durch Drehen der Krone im Uhrzeigersinn wird diese 24-Stunden-Disc aktiviert. Wenn Sie die Krone gegen den Uhrzeigersinn drehen, haben Sie die Kontrolle über das, was ich für eine einzigartige mechanische Entwicklung in der Uhrmacherkunst halte: die Zeitzonenanzeige in Orange. Dieser einstellbare Marker ist eine innovative Ergänzung zum C1 Grand Malvern Worldtimer und richtet sich an die Stadt Ihrer Wahl. In Verbindung mit dem sich bewegenden GMT-Ring erinnert er Sie sofort an die 24-Stunden-Zeit Ihrer gewählten Stadt.

Ein solcher technischer Stammbaum verdient die entsprechende ästhetische Verschönerung, weshalb das JJ03 Kaliber durch einen Saphirglasboden auf der Rückseite des C1 sichtbar ist. Der äussere Kreisbogen des Rotors ist mit blauer Emaille ausgefüllt – ein Detail, das Mitgliedern der JJ Kaliber-Familie – benannt nach dem ehemaligen Schöpfer Johannes Jahnke, der heute als Direktor bei Sellita Watch Co SA wirkt – vorbehalten ist. Eine Datumsanzeige würde das „Uhrologische“ Angebot abrunden, würde aber die perfekt inszenierte Ästhetik des Zifferblatts zerstören. Vielleicht werde ich in der nächsten Modellreihe damit erhört.

Weiterführende Informationen und Online Kauf: www.christopherward.ch

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.