Samstag , 17. November 2018
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Kaviar versus Bratwurst, so der damalige Initiator des SIHH im Jahre 1991 Alain-Dominique Perrin

Krieg der Uhren-Messen: SIHH versus Baselworld 2019

Eines vorweg, man darf die beiden Messe-Plattformen nicht vergleichen, das wäre wenn man Kaviar mit einer Bratwurst vergleicht (so der damalige SIHH Protagonist, Ex-Cartier CEO und langjährige Freund Alain-Dominique Perrin). Während der kürzlich eingesetzte Baselworld Chef Michel Loris-Melikoff (einst Präsident der Street Parade), der Sylvie Ritter unerwartet ablösen musste, Rettungs-Pläne schmiedet, kommuniziert der SIHH bereits schon über den Salon im nächsten Jahr. Loris-Melikoff hat damit wichtiges Kommunikationskapital verschenkt.

Doch zurück zur Stimmung an der diesjährigen Baselworld. Rene Kamm, MCH-Chef, selbst einmal Chef der Baselworld, zum Beispiel ist klar, dass sich die Messe mehr auf die technologischen Änderungen reagieren muss. «Baselworld ist nicht mehr die Bestell- und Kommunikationsplattform wie früher.» Gemäss Raymond-Weil-Chef Elie Bernheim ist das Modell der Baselworld überholt. «Deshalb muss sie sich technisch und digital weiterentwickeln», sagte er. Raymond Weil ist bisher der einzige der grossen Aussteller der Halle 1, die noch keine Zusage für nächstes Jahr gemacht haben. Auch Hublot-Chef Ricardo Guadalupe kritisiert die Messe scharf: «Am Tag, an dem einer der Grossen geht, wird die Totenglocke der Baselworld läuten», gibt er zu bedenken. Sein Chef, Uhren-Zampano Jean-Claude Biver, Chef der Uhrensparte von LVMH, sagt es noch deutlicher: «Wenn es nur um den Verkauf ginge, würden wir Basel nicht brauchen.» Der grosse Pluspunkt der Baselworld sei – noch – der soziale Austausch in der Branche, ergänzt Biver. Falle dieser Weg, werde es schwierig: «Wenn jemand aus Asien kommt und die Hälfte seines Umsatzes nicht ausgestellt wird, wird er nicht nach Basel reisen.» Auch Nayla Hayek, Präsidenten der Swatch Group und Mutter von Marc A. Hayek (Chef der Swatch Group Marken Jaquet Droz, Blancain, Breguet), ansonsten sehr zurückhaltend mit Statements meinte, «Wir brauchen die Uhrenmesse nicht.»

Der SIHH nimmt der Baselworld die Butter vom Brot

Während die Baselworld noch am sinnieren ist, nutzten die Verantwortlichen des SIHH das Kommunikationskapital und publizieren offen über die Veranstaltung nächstes Jahr dem SIHH 2019.

Der nächste Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) in der Palexpo, Genf, findet vom 14. bis 17. Januar 2019 statt. Er wurde von fünf auf vier Tage verkürzt. Jedoch mit dem nützlichen Komfort von längerer Öffnungszeiten, täglich von 8.30 bis 20.00 Uhr. Mit der Bestätigung des SIHH-Sitzes in Genf und der Fortsetzung einer äußerst beliebten Initiative der letzten zwei Jahre werden die Türen am Donnerstag für die Öffentlichkeit zugänglich sein, mit einer speziellen Late-Night-Öffnung bis 22.00 Uhr für einen einfachen Zugang, insbesondere für Besucher nach Feierabend. Am Sonntagnachmittag, einem Tag vor der offiziellen Eröffnung, haben die ausstellenden Marken die Möglichkeit, ausgewählte Kunden zu einer Vorschau ihrer neuen Kollektionen einzuladen.

Nachdem die Anzahl der ausstellenden Marken in den letzten drei Jahren stetig gestiegen ist, präsentiert sich die SIHH 2019 mit 35 Ausstellern, 18 historischen Maisons und 17 unabhängigen Händlern im Carré des Horlogers. Beachten Sie die Ankunft unter den historischen Maisons of BOVET, die 1822 gegründet wurden. Dieses Gleichgewicht zwischen etablierten Namen und Vertretern der Uhrmacherkunst ist ohne Zweifel eine der Stärken einer Messe, deren Vielfalt die vielfältigen Facetten der Uhrmacherei von heute widerspiegelt.

SIHH ist eine sehr vernetzte Veranstaltung – eine der am meisten diskutierten neuen Richtungen im Jahr 2018. Diese Strategie, SIHH für die Welt zu öffnen und ein Teil des digitalen Zeitalters zu sein, ist ein wichtiger Pluspunkt, der die Exklusivität ergänzt, die die Messe definiert.

Anknüpfend an dieses erfolgreiche Debüt kehrt SIHH Live im Jahr 2019 in noch größerem Umfang zurück. Ein umfangreiches inhaltliches Programm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Debatten trägt zur internationalen Reichweite der Messe bei und trägt zur Attraktivität der Uhrmacherei in der ganzen Welt bei.

Die SIHH ist nicht nur eine Erfahrung, die es zu erleben gilt, sie kann jetzt überall auf der Welt erlebt werden … und von den 20.000 Besuchern, die nächstes Jahr wieder in Genf erwartet werden.

Genf nimmt die Bedürfnisse der Aussteller und Besucher ernst.

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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