Sonntag , 19. November 2017
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Superreiche finden die Schweiz zu wenig attraktiv

Die Schweiz war ursprünglich ein Magnet für wohlhabende Ausländer. Warum deren Interesse an einem hiesigen Wohnsitz sinkt – und das aber nicht für Russen gilt.

Für vermögende Ausländer ist es leicht, sich bei entsprechenden Steuerzahlungen und nach einer Überprüfung in der Schweiz niederzulassen. Doch das Interesse der Superreichen an einem Bleiberecht sinkt. Während im Jahr 2008 noch 79 gut betuchte Ausländer eine Aufenthaltsbewilligung erhielten, hat sich die Zahl im vergangenen Jahr mit 40 Personen fast halbiert, wie SRF berichtet. Den Kantonen und Gemeinden gehen dadurch zusätzliche Steuereinnahmen verloren.

Eine Ausnahmen seien die Russen: Hier sei die Zahl der erteilten Bewilligungen über die Jahre konstant geblieben. Demnach erteilen die Kantone seit 2008 jährlich rund 20 Aufenthaltsbewilligungen der Kategorie B an russische Staatsangehörige. Reiche Russen gehören damit zur grössten Gruppe von Ausländern, die von den Ausnahmebewilligungen profitiert. Das geht aus den Zahlen des Staatssekretariats für Migration (SEM) hervor.

Für Mark Herkenrath von der Nichtregierungsorganisation Alliance Sud markieren die sinkenden Zahlen die Entwicklung der Schweiz hin zu einem sauberen Finanzplatz. Es gebe aber weiterhin eine «Zebrastrategie»: «Aus den Industrieländern soll nur noch Weissgeld in die Schweiz kommen – Schwarzgeld aus Entwicklungsländern ist aber weiterhin ganz ok», zitiert SRF den NGO-Geschäftsführer.

Das SEM verweist dagegen darauf, dass jeder reiche Ausländer genau überprüft werde, bevor er eine Bewilligung bekäme. Das Aussendepartement (EDA), der Nachrichtendienst (NDB) und die Bundespolizei (Fedpol) nähmen Abklärungen vor. Die Kantone überprüften, ob das Vermögen sauber ist.

Herkenrath mutmasst, warum sich vermögende Russen von diesem Prozedere nicht abschrecken lassen: «Die russischen Personen, die jetzt die Niederlassung in der Schweiz wollen, rechnen wahrscheinlich damit, dass Russland dann doch keine Daten herausrückt, um Geldwäscherei-Fälle zu verfolgen.» (mlr)

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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