Freitag , 23. Juni 2017
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Michael Kors Access, Men's Edition: Seit 2016 auf dem Markt.

Swatch mit Michael Kors im Clinch

Swatch-Chef Nick Hayek zeigt sich selbstsicher und anfriffig: Der Uhrenpatron legt sich mit dem US-Modekonzern Michael Kors an. Streitpunkt: die jüngste Smartwatch der Amerikaner.

Swatch legt sich mit dem US-Modekonzern Michael Kors an. Die Amerikaner haben unlängst eine Smartwatch mit dem Namen «Access» lanciert und bei den US-Behörden einen Antrag auf Markenschutz gestellt. Swatch hat dagegen Einspruch erhoben, wie Mediensprecher Bastien Buss bestätigt. Der Grund: die fast gleichnamige Swatch Access-Uhr. «Wir verteidigen unsere Interessen auf der ganzen Welt», erklärt der Sprecher des grössten Uhrenbauers der Welt das Vorgehen.

photo-82Die Swatch Access-Uhr ist der Vorläufer der Smartwatch. Sie ist seit 1996 auf dem Markt, nutzt die Funktechnologie RFID und ermöglicht etwa einen unkomplizierten Zugang zu Skiliften. Swatch verkaufte zwar einige Hunderttausend Modelle und arbeitete mit namhaften Partnern zusammen. Das Produkt war aber seiner Zeit voraus. Der verhoffte Durchbruch blieb aus, die Swatch Access ein Nischenprodukt.

Seit 1999 ist der Markenname in den USA geschützt. Die Marke von Michael Kors sei «verwirrend» ähnlich wie jene des Schweizer Unternehmens, schreibt Swatch in der 41-seitigen Beschwerde, die der «Handelszeitung» vorliegt. Es könne zu Verwechslungen zwischen dem Produkt von Michael Kors und jenem von Swatch kommen, so die Schweizer. Kunden könnten auf den Gedanken kommen, dass die Firma Swatch etwas mit dem Produkt von Michael Kors zu tun haben könnte. Swatch fordert, dass der US-Modekonzern die Marke nicht für Uhren oder Schmuck verwenden darf.

Es ist bei weitem nicht der erste derartige Streit, den Swatch vom Zaun bricht. «Solche Fälle gibt es leider jeden Tag – oder zumindest fast», sagt Bastien Buss. Sie ziehen sich in der Regel lange hin.

Im aktuellen Fall stehen sich zwei Giganten gegenüber: Michael Kors ist an der New Yorker Börse kotiert. Die Marktkapitalisierung liegt bei über 6 Milliarden Dollar. Swatch ist etwa 19 Milliarden Franken schwer. Bei Michael Kors geht es um die Zukunft der Modelinie, bei Swatch um Grundsätzliches – nämlich um den Schutz der Marke, des Namens.

Michael Kors hat nun vierzig Tage Zeit, um auf die Eingabe von Swatch zu antworten. Danach folgen diverse Beweisverfahren mit zahlreichen Einspruchsmöglichkeiten. Erst im August des nächsten Jahres ist mit einem finalen Entscheid in diesem High-Profile-Case zu rechnen.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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