Mittwoch , 13. Dezember 2017
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Das faszinierende Gasperlenspiel ......

Champagne Telmont lüftet das Geheimnis der sprudelnden Bläschen

„Die vielen kleinen Bläschen sind das Herz des Champagners“, weiss CEO Bertrand Lhopital zu berichten, der gemeinsam mit seiner Schwester Pascale,  in vierter Generation das Champagnerhaus J. de Telmont erfolgreich führt. „Bei uns sind es die hohe Anzahl der ausgesprochen feinen und prickelnden Bläschen, die den Champagner auszeichnen, jeden Tag aufs Neue“.

Geschafft, nach 1,5 Stunden Autofahrt vom Pariser Airport Charles de Gaulle sind wir in Damery

Der Empfang in Damery beim Familienunternehmen Maison de Champagne J. de Telmont, das auf das Jahr 1912 zurückgeht, als Henri Lhopital seinen ersten Champagner herstellte und verkaufte, war familiär und herzlich. Ich wurde schon erwartet.

Bertrand Lhopital, CEO, mit seiner Schwester Pascale und Philippe Manfredini, Export und Marketing Direktor, hatten zur Begrüssung einen Grand Rosé geöffnet, ein verführerischer Rosé mit einem Bouquet von Zitrusfrucht und roten Beeren.

Bertrand L’Hopital im Ateliers de l´oenologue: er kreiert Champagner auf Kundenwunsch

Als Familienunternehmen wird hier grosser Wert auf umweltschonendes Arbeiten und „Biodynamik“ gelegt.

Es werden verschiedene Champagnersorten hergestellt, wobei besonders auf Frucht und Eleganz geachtet wird. Jeder De Telmont Champagner hat eine eigene Persönlichkeit und ist typisch für die Marke. „Wir wollen Genuss auf hohem Niveau zelebrieren und vermitteln“, so Philippe Manfredini, der „Aussenminister“ des Champagnerhauses. „Ausserdem gibt es auch Cuvées (zum Beispiel eine ohne Schwefel, andere mit Holzfasslagerung …) und alte Jahrgangs-Champagner bis zum Jahr 1969“, erklärt Manfredini, nachdem wir einen Rundgang durchs Haus absolvierten.

„Vierzig Prozent der Flaschen werden in über 30 Länder exportiert. Hauptmärkte sind: 19 Länder in der EU (wichtigste Märkte: Belgien, Gross-Britanien, Italien, Österreich), Schweiz, Japan, USA und Kanada, sowie Hongkong und Singapur“, so der Export und Marketing-Direktor Philippe Manfredini.

„J. de Telmont stellt 600’000 Flaschen im Jahr her und generiert einen Jahresumsatz von 9 Millionen Euro“, so CEO Bertrand Lhoptial.

Ich erliege immer wieder der Faszination der Weinberge

„Wir arbeiten hier mit drei Rebsorten, Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier“, informiert mich Bertrand Lhopital, nachdem wird die 23 eigenen Hektaren in Damery, davon 10 biodynamischer Kultur abgeschritten hatten. Es war leider nach der Lese, es hingen nur mehr vereinzelt Trauben an den Reben, ich persönlich liebe das Schauspiel der Lese, die mich als Autor sehr inspiriert.

„Trauben von 63 Hektaren kaufen wir dazu, damit wir zu unserem Resultat kommen“, präzisiert Bertrand Lhopital während unserem Mittagessen im Restaurant Le Bois Joli in  Saint-Imoges, das schnell erreichbar auf der Route Nationale zwischen Evernay und Reims liegt.

Fachgespräche mit Export- und Marketing-Direktor Philippe Manfredini in den Weinbergen (links im Bild)

Als Vorspeise gabs „Nougat de foie gras au miel et ratafia champenois  fine gelée de figues“ und „Homard cuit en deux temps gnocchi au corail et émulsion crémeuse“ zum Hauptgang. David Mathieu mit 12 von 20 Gault Millau Punkten bringt uns die Gänge persönlich an den Tisch.  Wie es der Zufall so will, führt auch dieses 4 Sterne Restaurant Telmont Champagner. Als Begleitung zum Essen hat sich Bertrand Lhopital für den Cuvée Héritage Jahrgang 1985 entschieden, eine absolute Rarität aus dem Jahre 1985 mit 32 Jahren Reifezeit.

Nach einem Dessert, einem Espresso und einer Partagas Serie D No 4 geht’s wieder nach Damery. Dort erwartet uns ein Cuvée Grande Réserve, der sich mit viel Frische mit einer Mischung an gelbem und weissen Frucht-Bouquet auszeichnet.

„Wir möchten gerne weiterhin unter den 20 grössten Champagner Häusern bleiben“, konstatiert Bertrand Lhoptial. „Werte wie Aufrichtigkeit, Authenzität, Offenheit, Ehrlichkeit und Vollkommenheit werden durch uns und unsere Weine gelebt“, verrät mir Bertrand.

Was mich noch zum Abschluss interessierte, „Was macht den Telmont Champagner zum unverwechselbaren Champagner“, wollte ich noch von Bertrand und Philippe wissen. Oder anders gefragt, „Was verschafft dem legendären Telmont aus der ostfranzösischen Champagne seinen funkelnden Glanz und das Prickeln, das er auf der Zunge verursacht?“

„Es sind unteranderem die Vielzahl der Champagner-Bläschen. Mit den Bläschen steht und fällt der Champagner. Die Bläschen sind das Herz des Champagners“, so Philippe. „In einer Champagnerflasche befinden sich zehn Millionen kleine Bläschen“, so Bertrand.

Posted by Karl Heinz Nuber on Donnerstag, 21. September 2017

O.R. 1735, für mich die Perle der Champagne

Aber wie kommen denn die Bläschen in den Champagner? „Zuerst wird der Wein gekeltert und zwar aus Trauben nur aus dem ausgewiesenen Champagner-Anbaugebiet. Ihm werden Hefe und etwas Zucker beigefügt. Während dieses Prozesses, der in einem möglichst kühlen Keller durchgeführt werden soll, bildet sich die Kohlensäure oder eben die Perlage. Je kleiner und feiner die Bläschen sind, desto hochwertiger und geschmackvoller präsentiert sich der Champagner“, erklärt mir Philippe.

Bertrand und Philippe demonstrieren mir dies anhand des Cuvée O.R. 1735 Jahrgang 2004 – übrigens das O.R. steht für “Ordonnance Royale”, einer Champagner Verschluss Verordnung aus dem Jahre 1735 von König Louis XV, den ich als Meisterwerk empfand und zu meinem persönlichen Favoriten deklarierte. Eine Flasche steht bei mir Zuhause, die mich immer an den Besuch des Champagnerhauses Damery erinnern wird, natürlich nur solange, bis ich ihn weggetrunken habe. Am liebsten mit Bertrand und Philippe persönlich.

 

Faszinierendes Gasperlenspiel

Die perlenförmigen Bläschen, die auch als Perlage bezeichnet werden, sind ein wichtiger Indikator für die Qualität eines Champagners. Der Schaumwein wird nach der sogenannten traditionellen Methode produziert, das heisst, dass die zweite Gärung in der Flasche stattfindet. Während dieses Prozesses, der in einem möglichst kühlen Keller durchgeführt werden soll, bildet sich die Kohlensäure oder eben die Perlage. Je kleiner und feiner die Bläschen sind, desto hochwertiger und geschmackvoller präsentiert sich der Champagner.

Einen Einfluss auf die Perlage hat zudem die Tatsache, wie lange die Hefe bei der zweiten Gärung in der Flasche bleibt. Minimal sind 15 Monate vorgeschrieben. Die Spitzenproduzenten überschreiten diese Dauer indes um ein Vielfaches. Die durchschnittlich einen halben Millimeter grossen Champagner-Bläschen transportieren während ihres Aufstiegs im Glas die Aromen des Weines an die Oberfläche. Eine zu starke Perlage wirkt sich negativ aus, weil sich in diesem Fall zu viel Schaum bildet und dadurch die Aromen verloren gehen. Falls wiederum zu wenig Bläschen gebildet werden, entfaltet sich das Bouquet nicht im gewünschten Masse.

 

Ateliers de l´oenologue

Wer seinen eigenen Champagner kreiern will, kann das unter Anleitung des Önologen Bertrand Lhopital, CEO J. de Telmont, machen. Das Champagnerhaus hat hier eine Marktlücke entdeckt, denn im Zeitalter der immer stärker forcierenden Individualisierung liegt Telmont damit richtig. In einer kleinen Gruppe von 12 Personen oder nach persönlicher Vereinbarung werden in einem halbtätigen Workshop zuerst die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Teilnehmer abgeklärt, um so gemeinsam mit den Gästen den jeweils idealen Champagner herzustellen. Jeder Teilnehmer geht mit einem bleibenden Eindruck nachhause. Auf ihren personifizierten Champagner müssen die Teilnehmer ein paar Jahre warten bis er sich zur Zufriedenheit aller entfalten konnte.

 

Bezugsquelle in der Schweiz, für Österreich und für Deutschland

 

Weiterführende Informationen

 

 

 

 

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

2 comments

  1. Grossartiger Artikel über De Telmont, der uns einen schönen Einblick in die Welt des Champagners gewährt.

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