Montag , 23. Oktober 2017
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Raue Sitten beim Edeljuwelier Tiffany. Wegen schlechter Zahlen muss Tiffany-Chef Frederic Cumenal seinen Sessel räumen. (Archiv) KEYSTONE/AP/MARK LENNIHAN

Tiffany-Chef Cumenal musste seinen Sessel fristlos räumen

Der Chef des Edeljuweliers Tiffany & Co, Frederic Cumenal, ist von seinem Posten zurückgetreten. Wie das US-Unternehmen am Sonntag (Ortszeit) in New York mitteilte, erfolge der Rückzug Cumenals als Chief Executive Officer (CEO) mit sofortiger Wirkung.

Der Verwaltungsrat sei von den jüngsten finanziellen Ergebnissen enttäuscht. Während der Suche nach einem Nachfolger werde der Vorsitzende des Kontrollgremiums und frühere CEO, Michael J. Kowalski, das angeschlagene Unternehmen interimsweise leiten.

Tiffany hatte im Januar mitgeteilt, die Verkaufszahlen für November und Dezember seien schlechter als erwartet ausgefallen. Im US-Heimatmarkt ging der Absatz auf vergleichbarer Ladenfläche binnen Jahresfrist um vier Prozent zurück, in Europa sogar um elf Prozent. Dank deutlicher Zuwächse in Asien hielt sich das Minus weltweit mit einem Prozent noch in Grenzen. Die Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2016 will Tiffany am 17. März vorlegen.

Schluss mit Glanz und Gloria

Marktexperten machen eine Reihe Gründe für die gesunkenen Erlöse verantwortlich. So hätten viele russische Oligarchen derzeit andere Sorgen, als ihr Geld ausgerechnet in Juwelen eines amerikanischen Anbieters zu stecken. Die arabischen Scheichs achteten wegen des von 100 auf weniger als 50 Dollar gesunkenen Preises für ein Fass Rohöl mehr auf ihre Ausgaben als zuvor. Schließlich müssten auch viele Chinesen wegen der schlechteren Konjunktur einen Schritt kürzer treten, kauften lieber eine Uhr aus dem Sortiment des Schweizer Herstellers Swatch als ein sündhaft teures Collier.

Und noch ein anderes, hausgemachtes Problem macht Tiffany zu schaffen: Unter jungen Leuten, besonders den Vertretern der zu viel Geld gekommenen Tech-Generation gelte Tiffany (ähnlich wie Harry Winston und Cartier) zunehmend als angestaubte Marke der alten Luxusindustrie, erklärt Neil Saunders, Chef des Marketingunternehmens Conlumino’s. „Und sowas meidet man dann.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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