Montag , 21. August 2017
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Tom Ford: Uhrenkollektion bestätigt. Credit: Adriana M. Barraza/WENN.com

Tom Ford misst demnächst die Zeit

Modeschöpfer Tom Ford (55) bringt schon bald auch Uhren auf den Markt und tut damit seiner Marke nichts Gutes an.

Es ist immer wieder diesselbe Krux, hat man einen wohlklingenden Namen, will man ihn zu Geld machen und expandieren respektive diversifizieren. Und dafür eignen sich Uhren hervorragend. Meistens entspricht die sideline Uhrenkollektion

Der Designer bereitet sich momentan auf den Launch seiner ersten Uhrenkollektion vor, wie er gegenüber „tick-talk“ selbst bestätigte. Seit 2006 führt der Amerikaner schon sein gleichnamiges Label und erweitert dieses ständig um neue Produkte. Nun stehen also Uhren auf dem Zeitplan.

„Uhren sind schon lange eine meiner Obsessionen und ich habe auf den perfekten Moment in der Entwicklung unserer Marke und auf den perfekten Partner gewartet, um diese Kategorie einzuführen“, verriet er gegenüber ‚tick-talk‘. „Den haben wir in Tom Kartsotis und der Bedrock Manufacturing Co. www.bedrock.com nun gefunden.“ Bedrock 2003 lanciert ist die Mutterfirma der in Detroit ansässigen Firma Shinola. Shinola www.shinola.com wurde von Tom Kartsotis und Steve Bock 2011 gegründet. Tom & Kostas Kartsotis Mitbegründer der Milliardenschweren US-Fossil Gruppe www.fossil.com und prägten damit das Prädikat „Made in America“ im Uhrenbereich, was damals eine Innovation darstellte. Fossil steht für preiswerte Uhren im Mass-Market. Die Europazentrale befindet sich in einem kürzlich eingeweihten und bezogenen Neubau in Basel.

Gemeinsam mit der Firma macht sich Tom Ford jetzt an die Kreation von eleganten „swiss made“ hergestellten Zeitmessern. Hierfür wird im Schweizer Unternehmen extra eine Produktionsstrasse aufgebaut. Die Distribution ist selektiv und das Preislevel soll auf dem der bekannten Luxusuhren stattfinden. Was damit wirklich gemeint ist, erfahren wir in Kürze. Wann es die ersten Uhren seines Labels auf dem Markt geben wird, hält der Modeschöpfer indes noch geheim.

Sein Geschäftspartner Tom Kartsotis, der unter anderem die Marke Fossil 1984 gemeinsam mit seinem Bruder Kostas erfolgreich lanciert und gegründet hat, zeigte sich aber schon einmal begeistert von der bevorstehenden Zusammenarbeit. „Wir schätzen die Handwerkskunst, das Detailreichtum, die Qualität und natürlich den Geschmack, für den Tom Ford steht, zutiefst“, schwärmte der Unternehmer. „Diese Werte sind jetzt relevanter denn je. Wir freuen uns auf diese Kollaboration und darauf, Tom dabei zu helfen, seine Vision zu realisieren.“ Die Fans von Tom Ford dürfte das ebenfalls freuen.

Ralph Lauren, ein anderer Mode-Mogul hat vor 10 Jahren einen Joint Venture mit der Richemont Gruppe gegründet (50/50) – ein special Deal zwischen Ralph Lauren und Richemont Inhaber Johann Rupert – und kann sich somit bei allen Uhrenmarken der Gruppe bedienen. Die erste Kollektion ähnelte sehr den klassischen Cartier Tank Uhren, da Ralph Lauren Cartier kaufen wollte, Cartier stand jedoch nicht zur Verfügung. Die Uhrenfachpresse hat dies bei der Lancierung nicht gut aufgenommen, da einfache Stahluhren von Ralph Lauren für 15’000 Schweizer Franken und mehr angeboten wurde. Zuviel für einen „wertlosen und unbekannten“ Fashion Brand.

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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