Dienstag , 18. Dezember 2018
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Die Tudor Black Bay GMT Pepsi Bezel 79830RB wurde zur Baselworld 2018 lanciert

Tudor: die „Rolex für Arme“ oder eine geniale Alternative zu Rolex?

Die einstige Tochter hat sich emanzipiert und läuft der Mutter davon.

Ein neuer weiterer Schritt in der Vertikalisierung von Tudor: Rolex baut gemeinsam mit dem Unternehmen Kenissi Holding SA in Delemont eine neue Produktionsstätte nahe Le Locle für die Schwestermarke Tudor. In der neuen Fabrik werden mehrere hundert Personen beschäftigt werden.

Hier soll das neue Gebäude von Tudor entstehen

Der Komplex der aus zwei miteinander verbundenen Gebäuden besteht, wird jeweils etwa sechzig Meter lang sein. Aufgrund der Anzahl der bereitgestellten Parkplätze, gehen Gemeinderatsmitglieder von mehr als hundert neuen Arbeitsplätzen aus. Das Land ist bereits schon im Besitze der Rolex-Gruppe, sodass es sehr rasch gehen wird, bis das Gebäude eingeweiht werden kann. Man geht von einem Zeitfenster von 24 Monaten aus.

„Le Locle begrüsst das Projekt dieser beiden Unternehmen mit einer hohen Wertschöpfung“, so das wortkarge Statement des Gemeinderats Cedric Dupraz am letzten Wochenende, „mehr lässt sich über das „Gemini“-Projekt leider nicht kommunizieren“. Rolex hat ihm einen Maulkorb verpasst. Getreu seiner äusserst restriktiven Kommunikationspolitik werden keine weiteren Details veröffentlicht. Durchgesickert ist alles durch den Gemeinderat, der im Lokalradio RTN, über das Projekt Details ausplauderte, respektive musste die Umzonung angepasst werden und dies muss nach Kantonaler Verordnung veröffentlicht werden.

Das Projekt wird auf dem Grundstück zwischen dem Rolex Gebäude und dem alten Bahnhof Col-des-Roches in der Rue de France errichtet. Also einem Viertel, das die Stadt schon lange versucht hat zu wieder zu beleben, wenige hundert Meter vom Eingang des Ausweichtunnels von Le Locle entfernt, dessen offizielle Eröffnung 2022 erwartet wird.

Die zweiteilige Gebäude-Komplex lässt sich von den zwei am Projekt beteiligten Unternehmen erklären. Kenissi und Tudor. In der Branche völlig unbekannt gehört das erste eigenständig operierende Unternehmen zu einer unabhängigen Industrie, sie beliefert alle grössten Uhrengruppen mit Saphirglas. Diese neue Wirkungsstätte zeigt, dass auch Kenissi expandiert.

Für Tudor ist dieser Neubau ein weiteres Kapitel auf dem Weg zu neuen Höhen. Tudor stellt Uhren in den Preislagen zwischen 2’000,- und 5’000,- Schweizer Franken her.

In der Vergangenheit benutzte Tudor zugekaufte ETA Werke. Seit 2015 besitzt Tudor ein eigenes COSC zertifiziertes Kaliber MT5612, das in den Flagship Modellen Black Bay oder Pelagos steckt. Dieses Kaliber ist nicht exklusiv, da es auch bei Breitling – ein modifiziertes B1 Kaliber, das bei Tudor als MT5813, zu finden ist. Das neue Manufakturkaliber MT 5813 ist mit Schaltrad und vertikaler Kupplung versehen. Die Rolex Gruppe und Kenissi könnten dieses Kaliber zukünftig auch Dritten anbieten.

Das neue Tudor Manufakturkaliber MT 5813 ist mit Schaltrad und vertikaler Kupplung versehen

Für Tudor stehen alle Signale auf Grün. „Die Unabhängigkeit von der Über-Mutter ist daher offensichtlich gesichert“, meint ein guter Kenner der Marke.

 

 

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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