Dienstag , 25. April 2017
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Turbine Monkey: macht sich Perrelet selbst zum Affen?

„Perrelet’s schon Kult gewordene Turbine-Kollektion begrüsst und würdigt das beginnende Jahr des Affen mit einem neuen Modell“, so beginnt der Pressetext und macht einen Trend blind mit, anstatt Trends zu setzen.

Es ist ziemlich still geworden um die Marke Perrelet seit der langjährige CEO Fausto Salvi seinen Abschied gab. Salvi konnte nicht mit Gérald Roden, der die Swiss Festina Group wieder auf Vordermann bringen sollte. Stattdessen wird das bestehende Management bei allen Marken ausgewechselt, die Produkte haben sich jedoch nicht verbessert. Salvi wurde durch einen noname CEO namens Tristan Boyer de Bouillane, der die Marke nur verwaltet und keine Innovationen bringt. Die Marke Perrelet, die eine grosse Geschichte besitzt – Abraham Louis Perrelet war der Erfinder der automatischen Armbanduhr und ist in allen Geschichtsbüchern zu finden – wurde von Anfang an falsch positioniert. Dies habe ich damals auch Flavio Audemars gesagt, der die Marke Perrelet mit dem Doppelrotor (hat nichts mit der DNA zu tun) an Miguel Rodriguez verkauft hat. Ich habe dies auch Miguel Rodriguez, dem Inhaber der Festina Gruppe auch gepredigt, doch keiner hat mich erhört. Tristan Boyer de Bouillane macht weiter wie bisher, er ist „Verwalter“ der Marke, hat eine Vorliebe für einen biederen und gewöhnungsbedürftigen Kleidungsstil den man als Textilterror bezeichnen könnte und besitzt das Charisma eines rostigen Nagels.

Gere Gretz, von Gretz Communication, eine PR Agentur spezialisiert für Tourismus, die mehr Uhrenmarken in der Vergangenheit verloren als gewonnen hat, hat in Tristan Boyer de Bouillane einen Verbündeten gefunden, dementsprechend fallen dann die Pressetexte aus, die für mich als Profi und Kenner der Uhrenindustrie seit über 40 Jahren, eine Lachnummer sind. Ich möchte Ihnen den Pressetext nicht vorenthalten, denn auch Sie sollen sich amüsieren.

Mit den drei Begriffen Kreativität, Technik und Handwerkskunst werden die Werte von Perrelet treffend zusammengefasst, und die Turbine Monkey ist konkreter Ausdruck dieser Qualitätsarbeit.

Absoluter Blickfang bei diesem Zeitmesser ist die ausgefallene Gestaltung des Zifferblatts. Die zwölf Rotorblätter der namensgebenden Turbine sind mit feinen Gravuren der zwölf chinesischen Tierkreiszeichen verziert, wobei auf 6 Uhr der Affe mit einem Hauch von leuchtendem Rot hervorgehoben ist. Auf dem schwarzen Unterzifferblatt wird diese Symbolik wiederholt und das chinesische Zeichen des Affen in lebhaftem Rot dargestellt.

Mit ihrem unverwechselbaren Design sind die Stunden-, Minuten- und Sekundenanzeigen mittels der zentralen Zeiger auf dem Aussenring abzulesen. Der rote Sekundenzeiger ist eine harmonische Ergänzung zur Farbe des Feuer-Affen und seines chinesischen Tierkreiszeichens unter den Rotorblättern.

Das gewölbte, aus drei Teilen bestehende Rundgehäuse ist in Edelstahl mit schwarzer PVD-Beschichtung erhältlich und besitzt eine bei 3 Uhr integrierte Krone.

Der Zeitmesser ist mit Perrelets hauseigenem Automatikkaliber P-331 ausgestattet und verfügt so über eine optimale Gangreserve von 42 Stunden. Durch den Gehäuseboden aus Saphirglas kann der Besitzer die Schönheit des Uhrwerks bewundern.

Die in einmaliger Edition von 100 Stück herausgegebene Turbine Monkey ist eine exklusive und originelle Erweiterung der Perrelet-Kollektion.

Komplettiert wird sie durch ein schwarzes Kautschukarmband mit PVD-beschichteter Faltschliesse aus Edelstahl.

Dies ist nur ein Beispiel von nichtssagenden Pressetexten der Uhrenindustrie. Am schlimmsten sind die Pressetexte von Jaeger-LeCoultre, beziehungsweise Uhrenhersteller mit Sitz in der französischen Schweiz haben das Problem, dass sie die französischen Texte ins Deutsche übersetzen lassen, was dann sicher eine Lachnummer wird. Diese Texte sollten von Grund auf Deutsch geschrieben werden, damit sie auch von Medien in der Schweiz, Deutschland und Österreich gedruckt werden.

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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