Freitag , 15. Dezember 2017
Home / Uhren / Schweizer Uhrenhändler Bucherer lanciert online shop
Bucherer Flagship-Store in Paris

Schweizer Uhrenhändler Bucherer lanciert online shop

Nach Gübelin will es nun auch der grösste Uhren-und Schmuckhändler Europas wissen:  Mit seiner neuen online Boutique heizt Bucherer den e-commerce-hype erneut an.

Gübelin, einer der grossen Schweizer Uhren- und Schmuckhändler, eröffnete kürzlich einen Online-Shop für Luxusuhren: «Der Kauf von Uhren im Internet ist im Trend», sagt Geschäftsführer Raphael Gübelin gegenüber «TICK-Talk» und sieht sein Angebot als Ergänzung zum Verkauf im Laden. Vorerst bietet er via Internet Uhren von 15 Marken im Wert bis zu 10‘000 Franken an. Schweizer Uhrenhersteller selbst sind mit dem Vertrieb über das Internet zurückhaltend. IWC machte im letzten Herbst einen Anfang und verkauft seine Uhren auf «Net-à-porter», einer führenden Online-Plattform für Designermode. Auch die Genfer Luxusuhren und Schmuckmarke Chopard bietet in einer ersten Phase 43 selektive Artikel aus der Happy Hearts Collection über das Richemont Plattform «Net-à-porter»an. Der Handel mit Uhren im Internet werde in naher Zukunft wachsen, meint Analyst René Weber von der Bank Vontobel, von heute 2 auf 5 Prozent in den nächsten fünf Jahren.

Nun zieht der Schweizer Mitwettbewerber Bucherer nach: Unter der Adresse https://shop.bucherer.com findet man Produkte von 26 führenden Marken – von A. Lange & Söhne über Blancpain, Chopard und Nomos sowie viele anderen zu Tissot und Vacheron Constantin. Das ist ein Online-Portfolio, wie es sonst kaum jemand anbieten kann.

Auf einer übersichtlichen Anordnung finden Kundinnen und Kunden eine Zusammenstellung der angebotenen Marken. Ein erster Klick führt zu einem Markenportrait mit allgemeinen Infos und einer Kollektionsübersicht, dann kann man zum Einkaufen übergehen, wobei viele Informationen zu den Produkten abrufbar sind: Preis, Durchmesser, Material etc.

Alles was in der Haute Horlogerie Rang und Namen hat ist auf der der Bucherer online Boutique vertreten. Nur eine Bastion hat selbst Bucherer – der weltgrösste Händler von Rolex-Uhren – nicht geknackt. Eben Rolex. Die Schweizer Mega-Marke verweigert sich dem E-Commerce hartnäckig und handelt antizyklisch. Rolex war nie eine Marke mit mainstream.

Der Chef des grössten Schweizer Uhrenkonzerns Swatch Group, Nick Hayek, sagt über Online-Plattformen: «Wir können sie nicht verbieten», und lässt damit durchblicken, dass sie ihm missfallen. Hayek gibt zu bedenken, dass auch gefälschte Uhren auf dem Online-Graumarkt auftauchen können. Dazu meint Chrono 24-Chef Stracke, Fälschungen kämen auf seiner Plattform praktisch nicht vor. Man überprüfe die Händler regelmässig.

Ein grundsätzlicher Gegner des Online-Verkaufs ist aber auch Nick Hayek nicht. Er setzt aber auf selektive Aktionen. Im Januar verkaufte er auf Instagram innert weniger Minuten 2000 Omega-Uhren im Wert von je 5400 Franken – per Mausklick.

Erst vor wenigen Tagen hat die Swatch Group angekündigt, für Omega mit einer E-Commerce-Boutique online zu gehen. Vorerst allerdings nur in den USA.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.