Montag , 14. Oktober 2019
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Die Kollektion der französischen Designerin Lisa Chavy sei vom Stil und der Mentalität der Frauen in Paris, New York und Los Angeles sowie Chavys Liebe zur Kunst und Architektur inspiriert

Victoria’s Secret kooperiert mit dem Lingerie-Label Livy – ein Versuch sich zu retten?

Zwar sind die Shows von Victoria’s Secret noch immer ein Medienereignis – doch Kritik an ihrem Frauenbild und schlechte Verkaufszahlen setzen der Lingerie-Marke zu. Jetzt kooperiert das Unternehmen mit einem jungen französischen Label. Der Versuch, den Zeitgeist doch wieder zu treffen?

2018 war für Victoria’s Secret kein gutes Jahr. Immer wieder wurde über sinkende Absatzzahlen der berühmten Lingerie-Marke berichtet. Der Konzern reagierte in vielen Geschäften mit üppigen Rabattaktionen, die wenig zum einstigen Glanz der Marke passen wollten, wie unter anderem „Business Insider“ schrieb. Dann kam das Interview, das VS-Marketingchef Ed Razek der Vogue US gab. Darin erklärte er, dass Transgender-Models nicht zu den „Fantasy-Shows“ seiner Marke passen würden. Heftige Kritik aus der Medien- und Modewelt war die Folge. Und die Frage drängte sich auf: Hat Victoria’s Secret in Zeiten einer Body-Positivity-Bewegung und nach #MeToo vollkommen den Zeitgeist verpasst?

VS verkauft künftig Livy-Lingerie

Eine Entschuldigung von Ed Razek konnte die Wogen rund um das Thema Schönheitsideale nur mäßig glätten. Zum Thema sinkende Verkaufszahlen geht Victoria’s Secret nun aber in die Offensive: Wie am 13. Februar 2019 auf der Seite „PR News Wire“ verkündet wurde, wird das Unternehmen künftig mit dem französischen Label Livy kooperieren und eine Linie der Marke vertreiben. Livy wurde im Jahr 2017 von Designerin Lisa Chavy gegründet und steht für Luxus-Lingerie und Accessoires in edlen Materialien und extravaganten, teils gewagten (Leder-)Designs.

Ausgesuchte Livy-Kollektionsstücke sollen ab kommender Woche in den VS-Stores in New York und London sowie auf der Website von Victoria’s Secret verkauft werden. Zur Kollektion sollen BHs mit graphischen Mustern zwischen umgerechnet 60 und 180 Euro, Lederbustiers sowie ein bestickter Kimono für umgerechnet 435 Euro gehören, berichtet „Business of Fashion“. Stolze Preise, die als klares Statement verstanden werden können. Zum Vergleich: Ein BH im Online-Shop von Victoria’s Secret kostet aktuell rund 20 bis 60 Euro.

Livy steht für edle, moderne Designs

Experten vermuten, dass die Kooperation mit dem französischen Label ein erster Schachzug des neuen CEOs John Mehas sein könnte. Laut „Business Insider“ soll Mehas jedoch nicht in den Launch der Livy-Kollektion bei Victoria’s Secret involviert gewesen sein. Unabhängig davon könnte es ein Versuch sein, mit dem jungen Edel-Label Livy den Luxuscharakter der eigenen Marke wiederzubeleben und sich vorsichtig an Designs zu wagen, die das liebliche VS-Image durchbrechen. Wirkt doch nicht nur die Website von Livy extrem cool und zeitgemäß, sondern klingen auch Sätze von Livy-Gründerin Lisa Chavy wesentlich mehr nach dem, was moderne und bewusst shoppende Frauen heute hören wollen: „Ich liebe die Art, wie Frauen ihre Entscheidungen treffen. Ich habe Livy gegründet, weil ich die Freiheit von Frauen unterstützen will. Ich wollte Lingerie kreieren, die mehr ist als nur Lingerie – es geht um einen Lifestyle, etwas, das ihre Persönlichkeit unterstreicht”, wird sie von „Business Insider“ zitiert.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.