Dienstag , 23. Mai 2017
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Ein Weltrekordergebnis bei Phillips in Genf: die neue teuerste Rolex

Das Einzelstück Rolex 6062 „Bao Dai“ ist die teuerste je versteigerte Rolex

Ich habe lang Zeit mir gekämpft, darüber zu schreiben, denn ich wollte mich bei den allgemein bekannten Auktionsmanipulationen zurückhalten. Andererseits kann sich jeder gebildete Leser seine eigene Meinung bilden.

Nun wieder zurück zum offiziellen Text.

Die Rolex 6062 “Bao Dai” hat den bislang höchsten Preis einer Rolex-Armbanduhr bei einer Versteigerung erzielt. Für 5.066.000 Schweizer Franken, umgerechnet 4.629.817 Euro oder 5.060.427 US-Dollar, wurde die Uhr am 13. Mai 2017 bei Phillips in Genf von einem Telefonbieter ersteigert.

Bereits ihre erste Versteigerung im Jahr 2002 machte diese Referenz 6062 zur Rekordhalterin: Mit einem Preis von 370.000 Schweizer Franken war sie schon damals die teuerste versteigerte Rolex. Im Verhältnis dazu hat sie ihren Wert in den vergangenen 15 Jahren mehr als verdreizehnfacht.

2002 wurde die Uhr von der Familie ihres Erstbesitzers veräußert. Bei ihm handelte es sich um Bao Dai, den letzten Kaiser von Vietnam. Er erwarb die 1952 hergestellte Uhr im Frühling des Jahres 1954, als er sich anlässlich der Indochinakonferenz in Genf aufhielt. Aus ihr ging unter anderem die Teilung Vietnams hervor; die Vietminh übernahmen den Norden, Bao Dai – bis zur Einführung der Republik 1955 – den Süden.

Im Vorfeld der aktuellen Versteigerung schätzte das Auktionshaus Phillips den Wert des Einzelstücks auf 1,5 Millionen US-Dollar, Szene-Kenner rechneten mit 2,5 Millionen – schon damit hätte die Referenz 6062 den aktuellen Rolex-Rekord gebrochen. Er wurde seit Mai 2016 vom einem Rattrapante-Chronographen der Referenz 4113 gehalten, sein Preis lag bei 2,4 Millionen Schweizer Franken.

Laut Phillips ist die Rolex 6062 “Bao Dai” das komplizierteste Modell mit einem Oyster-Gehäuse und gleichzeitig eines von nur drei bekannten Exemplaren mit schwarzem Zifferblatt und Diamantindexen – als einziges jedoch trägt sie die Diamanten zur Kennzeichnung der geraden Stundenzahlen. Eine Ausnahme stellt die Sechs dar: Hier findet die Mondphasenanzeige mit kleiner Sekunde Platz. Ihr gegenüber, unter der Zwölf, erscheinen der Wochentag und Monat im Fenster, das Datum zeigt der zentrale Zeiger mit Pfeilspitze. Dies verantwortet das Automatikwerk Rolex 655. Es arbeitet in besagtem Oyster-Gehäuse, das aus Gold besteht und im Durchmesser 36 Millimeter misst

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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