Dienstag , 23. Mai 2017
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Martin Angehrn (heute Geschäftsbereichsleiter Cash+Carry Angehrn bei Saviva AG)

Zigarren & Spirituosen, ein „alter“ Bekannter und seine neue „Liebe“ the Rumour of Switzerland ….

Wir hatten uns in St. Gallen verabredet, leider schloss die Chronoart – die einzige Watch Lounge der Schweiz – um 18:30 Uhr – doch Martin war pünktlich wie eine Schweizer Uhr – vor mir. Die Rede ist von Martin Angehrn (heute Geschäftsbereichsleiter Cash+Carry Angehrn bei Saviva AG), den ich seit Jahrzehnten aus den Augen verloren hat. Dank Linkedin kam es zu diesem Treffen, die Initiative kam von Martin. Wir mussten dann aber doch noch dislozieren und wechselten die Location und gingen zu Don Pedro (Ex-Camillo Bar) an der Schmiedgasse 19, ein Hotspot im malerischen Kloster – Distrikt von St. Gallen.

Martin und ich kennen uns schon seit den 90er Jahren, hatten uns dann aus den Augen verloren. Die Zigarre und die Spirituosen waren damals ein Thema, das uns – neben vielen anderen Interessen – zusammenbrachte.

Die CCA stieg damals ins Zigarren Business ein, Martin engagierte mich um ein Zigarrensortiment für die CCA zusammenzustellen, eine Zigarrenkarten zu kreieren mit den dazu passenden Spirituosen und Weinen sogenannten Genuss-Päärchen und die Schulung des Aussendienstes zu übernehmen sowie Zigarren Seminare in Hotels und Restaurants abzuhalten. Zwischenzeitlich ist der Zigarrenhype in der Gastronomie abgeflaut, CCA hat weiterhin eine sorgfältige Auswahl an Zigarren im Sortiment und Martin geniesst und entspannt sich gerne bei einer Avo Noturno und einem Last Barrel Single Cask No 1.

Ich persönlich bevorzuge nach wie vor immer noch eine Partagas Serie D No. 4 gemeinsam mit einem Sauternes Château Rieussec 1er cru classé, werde mich aber doch noch an Martin’s Empfehlung heranwagen.

Bei einem Gläschen Sameiras Viña do Avó Blanco 2014 das uns Pedro empfohlen hatte, diskutierten wir über Gott und die Welt, frischten gemeinsame Erinnerungen wieder auf. Mir fiel sofort die Oris auf, die bei Martins Manschette unauffällig hervorblitzte. Hierbei handelte es sich um eine Oris Divers Carl Brashear Limited Edition. Das Gehäuse ist aus Bronze satiniert, Gehäusedurchmesser 42 mm, Bronze Lünette, braunes Lederband mit Bronze Dornschliesse, blaues Zifferblatt mit aufgesetzten Leuchtindexe und Leuchtzeiger in Superluminova, Automatikwerk, Gangreserve für ca. 38 Stunden, Datumsanzeige, kratzfestes Saphirglas, verschraubte Krone, verschraubter Boden aus Edelstahl graviert, Wasserdicht bis zu 10 bar, limitiert auf 2000 Stück. Martin ist happy mit diesem sehr bezahlbaren Stück Schweizer Uhrmacherkunst, auch weil die Patina der Bronze jede dieser Uhren zu einem Unikat macht.

Ziemlich rasch waren wir bei seiner momentanen „Liebe“, die Last Barrel heisst, dem ersten Rum aus Schweizer Zuckerrüben.

Die Probebrände aus der Melasse der heimischen Zuckerrüben zeigten zwar eine schöne Kakao-Note, andererseits jedoch einen starken, rübig erdigen Fehlton, meinte Martin. Viel erfreulicher waren die Proben aus dem Zuckerdicksaft, also eher angelehnt an das, was vom Rhum Agricole bekannt ist.  Rhum Agricole ist eine Variante des Rums aus sogenannter ‚landwirtschaftlicher Herstellung‘ und  hebt sich vom viel stärker verbreiteten Rum aus Melasse ab.

Aber warum musste es ein „Rum“ aus heimischen Zuckerrüben sein? „Die überlieferte Legende spricht für sich“, so Martin zwinkernd. Ein Seeräuber, ein Kaiser und ein geheimes Rum-Rezept, das auf verwegenen Pfaden in die Schweiz gefunden haben soll. Das ist die genüssliche Legende von The Last Barrel, so Martin.

„Das erste 100%ige Schweizer Premium Zuckerrüben Destillat – gemäss Lebensmittelgesetz darf es ja nicht Rum genannt werden – hat in der Bar-Szene bereits für Aufsehen gesorgt, dies obwohl die ersten Flaschen erst im Dezember 2016 ausgeliefert wurden“, meint Martin.

„Rum war lange eines der am meisten unterschätzten Produkte. Doch er wird zunehmend zum Thema bei Spirituosen-Geniessern“, schwärmt Martin Angehrn.

Vier Sorten werden zur Zeit bei Glenfahrn angeboten:

 

THE LAST BARREL
SINGLE CASK
56 % alc. / 70 cl.Tasting Notes
Farbe: Bernstein.

2 Jahre Fassreife im Bourbon Fass

Nase: Sehr dicht mit komplexer Würzigkeit mit Limette, gerösteter Eiche, Toffee, geschmolzener Butter, Bitterorangen, kandierte Früchten und frischem Obst.

Gaumen: Intensive Gewürze mit gerösteter und herber Eiche, Zitrusfrüchte mit leicht tropischem Einschlag, Orangenschale, trockenem Waldhonig, leichte Spuren von Kokosnuss und einer schön eingebunden Süsse.

Abgang: Würzig und sehr lange, trocken werdende Holznote sowie ausgewogene Süsse bringen ein sehr würziges aber ausgeglichenes Finale. Ohne Zugabe von Wasser!

THE LAST BARREL
GOLD
42 % alc. / 70 cl.Tasting Notes
Farbe: Helles Strohgold.

1 1/2 Jahre Fassreife (Amerikanische Eiche, Französische Eiche und Kastanie)

Nase: Würzig und komplexe Aromen von Zitrone, herbem Honig, Dörrobst, Weihnachtsgebäck, Mandel und frischer Bitterorange.

Gaumen: Weiche und ölige Konsistenz mit feinen Gewürzen, herben Orangen, Waldhonig, Vanille, feinen Röstaromen und Zitrusnoten.

Abgang: Feinwürziger und komplexer Abgang mit schön eingebundenen Tanninen. Herrlich ausbalanciert zwischen Frucht, Gewürzen und dem Holzeinschlag.

THE LAST BARREL
STRONG WHITE 
60 % alc. / 70 cl.

Tasting Notes
Farbe: Neutral.

Nase: Zitrone mit feinherb süsslicher Melasse, überreifes Obst und Banane.

Gaumen: Sehr dickflüssige und weiche Konsistenz mit viel Süsse und gezuckerten Grapefruits, etwas erdig und ein floraler Anklang ist zu erkennen. Sehr schöne Balance zwischen der herben floralen Note und der feinwürzigen aber süssen Grapefruit.

Abgang: Vor allem mit ein paar Tropfen Wasser sehr rund, dicht und sehr ansprechender und langer Abgang. Süss, würzig und sehr ausgewogen und zugänglich.

LAST BARRELWHITE
42 % alc. / 70 cl.

Tasting Notes
Farbe: Neutral.

Nase: Die sehr reife und zuckersüsse Banane ist dominierend und äusserst gefällig. Süsses Getreide, frisches Gras und feine Zitrusnoten folgen mit einer sehr leicht floralen Note, die das Aroma merklich bereichern.

Gaumen: Zuerst süss dann grasig und Noten von Zitrone, getrockneter Banane, gedämpfte Karotten und Dörrfrüchte. Kräftig werdend mit angenehm eingebundener Würze (weisser Pfeffer) leicht herb-süsslich abgerundet.

Abgang: Mittellang mit angenehmen Mundgefühl und einer sehr schönen Balance zwischen Süsse, Würze und Trockenheit.

 

Eine persönliche Degustationsnotiz gemeinsam mit der passenden Zigarre werden wir demnächst an dieser Stelle veröffentlichen.

 

 

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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